Im Sommer 2018 konnten die Stuttgarter den letzten Blutmond bestaunen. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Der Blutmond kehrt zurück – aber nur für frühe Vögel: Wir verraten, ab wieviel Uhr sich am Montag das Aufstehen lohnt, woher eigentlich die rote Farbe kommt und welche Spots in Stuttgart sich am besten für den Blick in den Himmel eignen.

Stuttgart - Es war der kosmische Sommernachtstraum 2018: 104 Minuten lang stand der Mond im Juli 2018 leuchtend und kupferrot am Himmel. Groß und Klein traf sich damals in den frühen Abendstunden und bei lauen Temperaturen zum gemeinsamen Blutmond-Schauen.

In diesem Jahr hingegen ist die totale Mondfinsternis, die in der Nacht von Sonntag auf Montag stattfinden wird, eher ein Ereignis für Hartgesottene. Wer das Spektakel selbst beobachten möchte, muss am Montagmorgen nämlich schon früh aus den Federn: Die entscheidende Phase beginnt um 4.34 Uhr. Dann tritt der Mond in den Erdschatten ein und beginnt, sich zu verfinstern. Ganz verschwinden wird der Planet dabei allerdings nicht. Stattdessen wird er in Stuttgart ab 5.41 Uhr eine gute Stunde lang als kupferrote Scheibe am Himmel zu sehen sein. Für die Farbe sei übrigens das Sonnenlicht verantwortlich, erklärt Uwe Lemmer, Direktor des Stuttgarter Planetariums. Während der totalen Mondfinsternis befindet die Erde sich nämlich auf einer gerade Linie zwischen Sonne und Mond. In dieser Konstellation wird das Sonnenlicht durch die Erdatmosphäre so gebrochen, dass nur noch der rote Lichtanteil den Mond beleuchtet. „Wenn man in diesem Moment auf dem Mond stehen würde, könnte man im Gegenzug sehen, wie die Sonne hinter der Erde verschwindet. Ein Astronaut würde beobachten, wie das Licht immer röter wird und dann irgendwann verschwindet,“ so Lemmer.

Treffpunkt: Sternwarte auf der Uhlandshöhe

Ganz so selten sei eine solche Finsternis gar nicht, erklärt der Experte weiter. Die nächste Mondfinsternis ist bereits für den 17. Juli dieses Jahres vorausgesagt – und die ist dann auch wieder etwas familienfreundlicher: Bereits um 23.30 Uhr soll hier die spektakuläre Hochphase erreicht sein. „Das wird dann allerdings nur eine Teilfinsternis“, schränkt Lemmer ein. Die Laufbahn des Mondes streift dabei den Erdschatten, ein Teil des Planeten bleibt aber weiterhin wie gewohnt sichtbar. „Von einer totaler Finsternis sprechen wir hingegen, wenn der Mond genau den Schatten der Erde durchläuft“, sagt der Astronom. Und genau das soll am kommenden Montag passieren.

Wer sich in Stuttgart rechtzeitig aus dem Bett quälen und das kosmische Treiben verfolgen möchte, kann das besonders gut bei der Sternwarte auf der Uhlandshöhe tun. Sofern das Wetter mitspielt, hat diese dann zwischen 4.30 Uhr und 8 Uhr geöffnet und heißt alle Interessierten bei freiem Eintritt willkommen. „Es geht dort um den authentischen Blick in den Himmel“, sagt Uwe Lemmer. Ein Rahmenprogramm im Saal werde es deshalb nicht geben, sämtliche Fernrohre der Sternwarte seien aber auf den Mond gerichtet. Besucher können den Blutmond so in verschiedenen Vergrößerungen verfolgen.

Den besten Blick hat man vor der Dämmerung

Wer hingegen lieber von Zuhause aus zuschauen möchte, dem empfiehlt der Experte einen möglichst guten Blick in Richtung Südwesten und Westen. „Der Sonnenaufgang ist an diesem Morgen um kurz nach 8 Uhr. Gegen Ende der Finsternis befindet sich der Mond also sehr nah am Horizont“, erklärt er. Auch deshalb sei es besonders spannend, schon zwischen 4 Uhr und 5.30 Uhr in der Früh einen Blick in den Himmel zu werfen. Zwar dauert es insgesamt bis 7.51 Uhr, bevor der Mond sich wieder vollständig aus dem Erdschatten heraus bewegt hat, „aber da kündigt sich bereits die Sonne an und der Himmel wird hell. Das Ende der Finsternis sieht man deshalb nicht mehr so gut“, sagt Lemmer.

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