Die Tempo-30-Strecke in der Mönsheimer Ortsdurchfahrt ist vielen zu kurz bemessen Foto: Andreas Gorr

Die Vertreter der „Mobilen Verkehrssicherheitskommission“ im Landesverkehrsministerium haben nur wenige Punkte aus dem Konzept für die Ortsdurchfahrt begrüßt. Bei Blitzern und Fahrbahnteilern bleibt die Gemeinde allerdings am Ball.

Mönsheim - Die Ortsdurchfahrt der Grenzbachgemeinde ist seit Jahren ein immer wiederkehrender Tagesordnungspunkt in den Sitzungen des Gemeinderats. Vor allem der Verkehr, der von Heimsheim kommend nach und durch Mönsheim rollt, nimmt stetig zu. Die Forderungen nach einer Umgehungsstraße existieren bereits seit langer Zeit – und unabhängig davon, ob ein solches Projekt jemals Realität wird, wurden auch die Rufe nach einer Tempo-30-Beschränkung in der Vergangenheit immer lauter. Dies ist nun auf einem rund 300 Meter langen Abschnitt in der Ortsmitte Wirklichkeit geworden. Allerdings ist für die Bürgervertreter die Tempodrosselung zwischen den Einmündungen der Spreuerberg- und Bachstraße zu wenig.

„Die Verkehrsbehörde hat das Schild mit der Tempo-30-Beschränkung für über 7,5 Tonnen schwere Fahrzeuge auf Höhe der Leonberger Straße 35 bereits entfernt“, verkündete der Bürgermeister Thomas Fritsch in der vergangenen Gemeinderatssitzung. Nun gilt auf dem Abschnitt: 30 für alle. Es ist das Resultat eines Ortstermins der „Mobilen Verkehrssicherheitskommission“ des Landesministeriums für Verkehr und Infrastruktur von Mitte September.

Doch bis auf jene Beschränkung lehnten die in der Kommission vertretenen Behördenmitarbeiter nahezu alle weiteren Vorschläge zur Verkehrsberuhigung ab. Fritsch hatte dem Ministerium bereits im April eine Verkehrskonzeption für den Ort vorgelegt. Gegen eine ausgedehntere Tempo-30-Strecke spreche jedoch, dass sich nirgendwo Unfälle häuften. Zudem hielt das Landratsamt in Person des stellvertretenden Verkehrsamtsleiters Michael Rieger die hochgerechnet 11 000 Fahrzeuge pro Tag für zu viel. Messungen des Amtes von 2010 und 2012 ergaben bis zu 8300 im Durchschnitt und bis zu 9400 Fahrzeuge an Werktagen. Abzuwarten bleibt, ob sich vielleicht wegen des hohen Geräuschpegels in absehbarer Zeit doch noch etwas tut.

Abgeschmettert wurde außerdem die Idee einer festen Anlage zur Geschwindigkeitsüberwachung. „Die Argumente des Landratsamtes lauten bisher, dass es zu teuer sei, außerdem habe man Angst vor dem Vorwurf der Abzocke“, so der Verwaltungschef Fritsch. Laut den Nachforschungen des zweiten stellvertretenden Bürgermeisters Hans Kuhnle (Bürgerliste) gebe es bei diesem Thema jedoch Möglichkeiten. Fritsch präzisiert: „Die Firma Jenoptik stellt feste Anlagen auf, wartet diese und erhält im Gegenzug fünf Euro pro ertapptem Verkehrssünder.“ Das Kostenargument des Landratsamtes könne so keines mehr sein. Und was den schwarzen Peter betrifft: „Den übernehmen wir gerne“, sagt der Bürgermeister, der es nun mit einem Antrag im Kreistag versuchen will.

Abgelehnt wurden zudem zwei Zebrastreifen über die Pforzheimer Straße in Höhe der Bachstraße und unterhalb des Rathauses. „Die Überwege wären zu dicht beieinander gelegen“, so Fritsch. Außerdem überqueren laut Protokoll des Ortstermins nur 38 statt der geforderten 50 Personen dort je Stunde die Fahrbahn. Die gut 800 und knapp 1000 Autos, die morgens und abends durch den Bereich brausen, sprechen ebenfalls dagegen: Hier sind es wiederum zu viele für einen Zebrastreifen – der Grenzwert liegt bei 750. „Überraschenderweise wurde so eine Fußgängerampel am Rathaus ins Spiel gebracht“, so Fritsch.

Die vorgeschlagenen Fahrbahnteiler beim Mönsheimer Friedhof sowie bei der Einmündung Herrenwiese begrüßte das Landratsamt hingegen. „Das würde etwa 30 000 Euro kosten“, sagt der Rathauschef, „von denen die Gemeinde 23 000 Euro tragen würde.“ Das Verkehrsamt des Landkreises sei schon mehrfach auf das dafür zuständige Regierungspräsidium zugegangen, habe allerdings nie eine Antwort bekommen. Nun probiert es Fritsch selbst.

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