Das „Wichtelhaus“ ist zu klein: Im Kindergarten fehlen nach heutigen Zahlen in der nächsten Saison neun Plätze. Die Situation spitzt sich eher noch zu. Foto: Hans Jörg Ernst

Im Herbst fehlen mindestens neun Plätze. Gemeinderat und Verwaltung suchen nach Lösungen.

Mönsheim - Mit Beginn des neuen Kindergartenjahrs, das im Herbst los geht, fehlen minimum neun Plätze. Der Gemeinderat und die Verwaltung denken gar an einen Neubau. Auch ein Waldkindergarten ist im Gespräch.

Der Kindergarten „Wichtelhaus“ auf dem Mönsheimer Appenberg ist randvoll. Schon jetzt fehlen Plätze. Im nächsten Kindergartenjahr spitzt sich die Situation weiter zu. In der Kindertagesstätte „Villa Kunterbunt“ in der Ortsmitte sieht die Situation auch nicht rosig aus. Und dazu kommen die Unbekannten: Wie viele Familien ziehen ins neue Wohngebiet „Gödelmann II“ und wie viele Kinder kommen mit dem Flüchtlingsstrom nach Mönsheim?

Diese Situation ist seit Oktober bekannt. In der jüngsten Gemeinderatssitzung hat der beauftragte Architekt Ralph Boger aus Wurmberg mehrere Möglichkeiten vorgestellt, mit denen die Kapazität in der Kinderbetreuung erhöht werden könnte. Neben der schnellen und kostengünstigsten Variante eines Anbaus an den bestehenden Kindergarten „Wichtelhaus“ sprachen sich die Gemeinderäte auch dafür aus, den Vorschlag „Neubau im Gödelmann“ weiter zu verfolgen. Zudem könnte ein Waldkindergarten Entlastung bringen.

Schon Ende Oktober hatten die Leiterinnen der Kindergärten Heike Golderer („Villa Kunterbunt“) und Claudia Baumgärtner („Wichtelhaus“) über die Platzprobleme in ihren Einrichtungen berichtet. In drei Monaten sei der Kindergarten mit seinen 52 Plätzen voll belegt, lautete die Prognose von Heike Golderer.

Auch das „Wichtelhaus“ sei im November mit 42 Kindern beinahe voll, hatte Claudia Baumgärtner berichtet. Jetzt ist es soweit: „Im nächsten Kindergartenjahr können wir schon jetzt neun Kinder nicht mehr unterbringen“, sagte Claudia Baumgärtner im Gemeinderat.

Tatsächlich könnte die Situation noch schlimmer werden. „Dann müssen wir nicht wegen der Asylbewerber erweitern, sondern weil wir mit den Kindern aus dem Ort ein Platzproblem haben“, stellte Hans Kuhnle (Bürgerliste) fest. Das sei richtig, bestätigte Bürgermeister Thomas Fritsch.

Doch wie können schnell die notwendigen Plätze geschaffen werden? Der Architekt Ralph Boger hatte gleich vier mögliche Varianten im Gepäck, die dann auch ausgiebig diskutiert wurden. Die beste Chance für eine Erweiterung bestünde auf dem Appenberg, erklärte Boger.

Variante 1: ein etwa 80 Quadratmeter großer Anbau an den Bestand in Richtung Südwesten, geeignet für eine zusätzliche Kindergartengruppe. Der Zugang zum Garten mit dem Spielbereich bleibt erhalten. Eine Unterkellerung für Lagerräume sei möglich.

Variante 2: ein freistehender Pavillon an der Nordwestecke des Gartens, ebenfalls für eine Gruppe und mit eigener Heizung und Wasserversorgung.

Variante 3: ein Neubau auf dem Außenspielbereich, direkt neben dem „Wichtelhaus“, das bis zur dessen Fertigstellung stehen bleiben soll und dann abgerissen wird. Diese Variante ist die teuerste.

Und schließlich Variante 4: ein Neubau auf einem ganz anderen, gemeindeeigenen Grundstück im Gödelmann, unterhalb des Sportplatzes.

Die Mehrheit der Räte votierte schließlich für die Varianten 1 und 4. „Die Pavillonlösung funktioniert gar nicht. Da wäre eine Gruppe ja völlig losgelöst“, sagte Birgit Fritsch (Bürgerliste). Walter Knapp (Freie Wähler) sprach sich für einen Neubau im Gödelmann aus. „Das jetzige Kindergartengebäude war unser ehemaliges Rathaus Heckengäu und von Anfang an als Kindergarten eine Notlösung“, stellte Knapp fest. „Wir sollten überlegen, ob wir daran festhalten wollen.“ Mit dieser Meinung stand er nicht alleine. „Reicht der Platz im Anbau überhaupt aus?“, hinterfragte Stephan Damm (Freie Wähler).

Doch es gab auch etliche Befürworter für die Anbaulösung. „Für mich kommt rein aus Kostengründen nur ein Anbau in Betracht. Jetzt ist der Bedarf da und diese Variante ist am schnellsten umzusetzen“, sagte Norman Freiherr von Gaisberg-Schöckingen (Freie Wähler). Den Neubau könne man aber weiterdenken, so der Freiherr.

Hans Kuhnle sprach sich klar für einen Anbau als wirtschaftlichste Lösung aus und ließ so ganz nebenbei den Begriff „Waldkindergarten“ fallen. „Das wäre doch auch eine denkbare Lösung“, sagte Kuhnle.

„Tatsächlich wurde darüber schon nachgedacht und es lohnt sich absolut darüber weiter nachzudenken“, merkte Bürgermeister Thomas Fritsch an. Zudem sollen jetzt der Anbau an das „Wichtelhaus“ und ein Neubau im Gödelmann weiter ausgeplant werden.

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