Dem Ball hinterherjagen, ist in Mönsheim nicht einfach Foto: dpa

Nach monatelangen, teilweise unschönen Debatten hat der Gemeinderat nun davon Abstand genommen, zwei neue Spielfelder für Beachvolleyballer am alten Radsportheim zu erlauben. Stattdessen sollen die Sportler hinter dem Schwimmbad Platz finden

Mönsheim - Der Mönsheimer Gemeinderat hat in Sachen Beachvolleyball eine Kehrtwendung vollzogen. Die Felder, die der Mönsheimer Volleyballclub sich wünscht, sollen nun nordwestlich des Freibades entstehen – und nicht wie zunächst angedacht neben dem Radsportheim. Die Ratsmitglieder tragen mit dieser Entscheidung den Bedenken Rechnung, die aus dem Baurechtsamt des Kreises und von Anwohnern vorgebracht worden sind.

Demnach müsste ein Zaun bei dem Standort am Radfahrhäuschen für Wildtiere durchgängig sein; der Abstand zum Gemeindewald wäre dort zu gering. Auch müsste ein Lärmgutachten vorgelegt werden. „Das größte Problem aus Vereinssicht wäre allerdings, dass eine Genehmigung zunächst auf zehn Jahre begrenzt würde“, erläuterte der Mönsheimer Bürgermeister Thomas Fritsch. Begründung sei hier auch, dass es sich um eine „Modesportart“ handele. Das sahen zwar einige Ratsmitglieder ganz anderes, schließlich gebe es Beachvolleyball schon seit 1920. „Aber so oder so ist die Zehn-Jahres-Frist natürlich ein K.o-Kriterium“, sagte Fritsch. „Der Verein investiert schließlich und braucht Planungssicherheit.“ Er selbst wolle dieses Risiko nicht mitgehen, so der Schultes weiter.

Also ein Standort am Freibad – mit diesem wäre auch der Volleyball-Club durchaus glücklich. „Wir haben die Eigentümer der Grundstücke neben dem Freibad gefragt, und sie würden verkaufen“, machte Fritsch Mut. Als Vereinsheim und Aufenthaltsraum könne der Jugendraum genutzt werden, so Fritsch weiter – dieser sei derzeit ohnehin nur einmal die Woche belegt. Und: „Da das Freibad so nah ist, sollte es möglich sein, die Duschen zu nutzen“, ergänzte der Schultes.

„Etwas Absprachebedarf wird es da natürlich geben“, betonte Fritsch. Auch müsse die Parkplatzsituation am Freibad im Auge behalten werden. Der Gemeinderat folgte dem Vorschlag schließlich: Mit einer Gegenstimme beschloss das Gremium, die Alternative „Beachvolleyballfeld am Freibad“ weiter zu verfolgen und die Planung am ehemaligen Radsportheim aufzugeben.

Der Club soll die Planung selbst voran treiben. Er möge sich aber, so der ausdrückliche Hinweis von Hans Kuhnle (Bürgerliste), einen „Planer suchen, der sein Handwerk versteht“. Trotz der im Kern klaren Entscheidung gab es indes noch großen Aussprachebedarf im Gremium. So richtig sauber ist die Diskussion um die Beachvolleyballfelder in den vergangenen Monaten nicht abgelaufen. Einige Anrainer haben massiv Politik gegen den Club gemacht. Besonders der Freie Wähler und erste stellvertretende Bürgermeister, Walter Knapp, sprach die Konflikte noch einmal an.

„Es ist eine Sauerei, wie der Volleyballclub von einigen diffamiert wurde“, sagte er. Dies ging so weit, dass unterstellt wurde, dass die Spielfelder Alkohol- und Drogenmissbrauch mit sich bringen würden, ergänzte Knapp. „So etwas über einen Verein zu sagen, den man dazu nicht einmal kennt, das geht nicht.“

Markus Mönch von den Freien Wählern hatte zuvor noch betont, dass die Stellungnahme des Bauamtes für ihn nicht das Aus für den Platz am Radsportheim bedeute. Er plädierte dafür, diese Planung weiter zu verfolgen. Mönch steuerte dann konsequenterweise auch die einzige Gegenstimme zum Freibad-Plan bei.

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