Die Kita „Villa Kunterbunt“ muss vielleicht bald mit einem Anbau erweitert werden. Die Nachfrage nach Plätzen ist so hoch wie noch nie zuvor. Foto: Hans Jörg Ernst

Die „Villa Kunterbunt“ und das „Wichtelhaus“, die beiden Kindertageseinrichtungen im Ort, sind beinahe voll besetzt. Weil neben Flüchtlingskindern auch solche neuer Familien aus dem Baugebiet Gödelmann II dazukommen, denkt man über Anbauten nach.

Mönsheim - Wie läuft das, wenn jetzt Flüchtlinge mit Kindern kommen und die auch in den Kindergarten wollen? Wir haben ja keine Plätze mehr.“ Diese Frage richtete Birgit Fritsch (Bürgerliste) in der jüngsten Ratssitzung an Bürgermeister Thomas Fritsch. Denn der Enzkreis baut in Mönsheim im Dezember eine Containersiedlung für 50 Asylbewerber. Der Schultes zuckte mit den Schultern: „Das wissen wir noch nicht. Da müssen wir abwarten, wer tatsächlich kommt.“

Dem Wortwechsel waren die Berichte von Heike Golderer von der Kindertagesstätte „Villa Kunterbunt“ und Claudia Baumgärtner vom Kindergarten Wichtelhaus vorausgegangen. Denn die beiden Einrichtungen sind zumindest zeitweise nahezu voll belegt.

„Von den 20 Krippenplätzen sind 16 belegt, zehn davon nutzen die Ganztagesbetreuung“, erklärte die Kita-Leiterin Heike Golderer. Man könne davon ausgehen, dass die Eltern dann auch im Kindergarten, der 52 Plätze hat, Ganztagesbetreuung bräuchten. In drei Monaten sei der Kindergarten voll belegt. Drei Dorfkinder müssten sogar ins Wichtelhaus auf dem Appenberg ausweichen. „Wir gehen davon aus, dass die Ganztagesplätze gerade so ausreichen werden“, sagte Golderer.

Es gibt wieder mehr Kinder – auch in Mönsheim

Im Wichtelhaus ist die Situation ähnlich. Es gibt wieder mehr Kinder und drei Anmeldungen von potenziellen Bauherren im noch nicht erschlossenen Neubaugebiet „Gödelmann II“. „Die Leute sind noch nicht da, wissen aber, dass sie bauen wollen“, sagte Claudia Baumgärtner. Vor Kurzem noch sei im Wichtelhaus wegen zu geringer Kinderzahlen eine Kleingruppe eingerichtet worden. Im Januar werde daraus wieder eine „normale“ Gruppe mit verlängerten Öffnungszeiten und zudem werde eine Erzieherin eingestellt. „Weil die Villa nicht alle Dorfkinder aufnehmen kann, mussten wir im Wichtelhaus die Betriebserlaubnis in zwei Gruppen auf 44 Plätze erhöhen. Diese Plätze werden in diesem Kindergartenjahr auch fast ausgelastet“, berichtete Baumgärtner. Im November sei das Wichtelhaus mit 42 Kindern fast voll.

Für Fritsch reicht nach diesen Aussageder Platz aus. „Weil wir in den beiden Einrichtungen mischen können, können wir den Bedarf decken“, sagte er. „Und was 2017/18 sein wird, lässt sich derzeit noch nicht prognostizieren.“ Doch das reichte den Gemeinderäten nicht.

Qualität kann nur mit einem Anbau gehalten werden

„Was ist, wenn jetzt mehr Kinder kommen als die prognostizierten?“, wollte Joachim Baumgärtner (Bürgerliste) von den Erzieherinnen wissen. Das Wichtelhaus sei an seiner Kapazitätsgrenze angelangt, antwortete Claudia Baumgärtner. „Das wird nicht mehr erweitert werden können.“ Auch Heike Golderer sieht sich in einer vergleichbaren Lage: „Ähnlich wird es in der Villa sein. Wir haben noch nie so viele Kinder gehabt wie derzeit“, sagte sie. Bereits 36 Buben und Mädchen erhielten Mittagessen und die Nachfrage steige. „Bekommen wir noch mehr Ganztageskinder, wird auch der Schlafraum nicht mehr ausreichen“, betonte die Erzieherin und machte deutlich: Um die Qualität der Angebote zu halten, käme nur ein Anbau in Frage.

Deutlich wurde auch Ewald Knapp (Bürgerliste): „Wenn mehr Kinder durch das Neubaugebiet kommen und die Geburten steigen, dann kann es möglich sein, dass uns die Plätze nicht reichen“, sagte das Ratsmitglied. Das überzeugte dann auch den Bürgermeister: „Wir sollten uns frühzeitig zusammensetzten und auch einen Planer beauftragen und schauen, wo man eventuell erweitern kann“, schloss Fritsch den Tagesordnungspunkt.

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