Thomas Fritsch ist froh, dass die Sanierung der Pforzheimer Straße nach einem dreiviertel Jahr endlich fertig ist. Foto: Andreas Gorr

Der Siedlungsdruck durch Porsche und Bosch steigt, doch die Enzkreisgemeinde Mönsheim hat überhaupt keine freien Bauplätze mehr. Der Bürgermeister Thomas Fritsch spricht über Baupolitik, Verkehr und die Flüchtlingswelle.

Mönsheim – - Das vergangene Jahr hat Thomas Fritsch viele Nerven gekostet. Doch er kann auch Erfolge verbuchen: Der Bürgerentscheid über die beiden Häuser in der Ortsmitte hat ein klares Ergebnis gebracht, mit der Sanierung der Pforzheimer Straße hat die Verwaltung eine dicke Kuh vom Eis bekommen. Die Unterbringung von Flüchtlingen stellt die Gemeinde allerdings vor große Herausforderungen. Freien Wohnraum hat sie keinen und Platz zum Bauen erst recht nicht. Treffpunkt für das Wintergespräch ist die Bushaltestelle an der frisch sanierten Pforzheimer Straße.
Herr Fritsch, der nervenaufreibende Ausbau der Pforzheimer Straße ist endlich fertig. Und das sogar im Zeitplan.
Ja, seit 18. Dezember ist die Straße wieder wie geplant offen. Es gab natürlich Komplikationen, aber keine, die unlösbar gewesen wären.
Gab es denn gar keine Proteste? Immerhin war die Hauptverkehrsachse durch den Ort ein dreiviertel Jahr lang gesperrt.
Die meisten Menschen haben eingesehen, dass wir das machen müssen. Aber die Belastungen, besonders für die Anlieger, waren natürlich enorm. Aber auch die übrige Bevölkerung hatte darunter zu leiden. Etwa diejenigen, die in der Alten Wiernsheimer Straße wohnen, hat es doppelt getroffen. 2014 wurde dort gebaut, die Anlieger konnten über ein halbes Jahr nicht an ihre Häuser fahren. Und jetzt hatten sie neun Monate den Durchgangsverkehr vor der Haustür.
Was hat dieses Mammutprojekt gekostet?
Wir sind noch nicht ganz fertig. Die Gesamtkosten liegen laut Prognose bei 1,6 Millionen Euro, davon zahlt die Gemeinde alleine 960 000 Euro. Knapp eine Million für den Kanalbau trägt der Zweckverband Gruppenklärwerk, daran sind wir mit rund 50 Prozent beteiligt. Das Land zahlt Belag und Ampel und der Rest wird von den Leistungsträgern für Gas und Strom und von der Telekom übernommen. Viel Geld, aber damit sind wir jetzt auf lange Zeit gerüstet. Und es war mir sehr wichtig, dass wir die Sanierung noch 2015 fertig bekommen.
Weshalb?
Wegen der ganzen Diskussion um die Gebäude Pforzheimer Straße 3 und 5. Hätten wir mit dem Straßenbau gewartet, bis das Gestaltungskonzept für die Häuser steht, dann hätten wir 2015 nicht gebaut und 2016 wohl auch nicht. Jetzt haben wir es hinter uns.
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