Der mögliche Verkauf der Warenhauskette Breuninger schlägt hohe Wellen. Auch aus städtebaulicher Sicht sind in Stuttgart viele Fragen offen. Was bedeutet dies für das Großprojekt Mobility Hub und Haus für Film und Medien an der Hauptstätter Straße?
Das Breuninger-Beben hallt in Stuttgart und der Region weiter nach. Seit vor gut einer Woche bekannt geworden ist, dass die traditionsreiche Warenhauskette möglicherweise verkauft werden soll, kursieren die wildesten Spekulationen. Nicht nur die rund 6500 Beschäftigten, sondern auch die Kommunen sind angesichts der unklaren Lage beunruhigt. Schließlich ist Breuninger auch ein wichtiger Partner für kommunale Stadtentwicklungsprojekte. Bisher äußern sich die Eigner nicht zu den angeblichen Verkaufsplänen. Zumindest für den derzeit laufenden Bau des neuen Mobility Hub und des Hauses für Film und Medien an der Hauptstätter Straße geben Firmenleitung und Stadt nun Entwarnung.
OB Nopper: „Wir haben in Stuttgart Großes vor“
Nach wie vor hält sich die Geschäftsleitung des 1881 in Stuttgart gegründeten Unternehmens bedeckt. Nach Angaben der „Wirtschaftswoche“ steht die Warenhauskette sowie sämtliche Immobilien zum Verkauf. Vor allem Letzteres schlägt angesichts vorhandener Ausbaupläne an den Standorten in Ludwigsburg und Sindelfingen große Wellen – aber auch in der Landeshauptstadt.
Denn nicht nur für OB Frank Nopper ist „Breuninger ein wichtiges Herzstück des Stuttgarter Einzelhandels“, sondern auch ein wichtiger Partner der Stadterneuerung. Vor allem bei der Neuentwicklung des Breuninger-Parkhausareals habe man „Großes vor“. Auf dem rund 3000 Quadratmeter großen Areal an der Hauptstätter Straße (B 14) im Bohnenviertel soll in den kommenden Jahren ein Mobility Hub und das Haus für Film und Medien entstehen. Bereits seit März laufen die Arbeiten, der Abriss des Parkhauses ist annähernd abgeschlossen.
Arbeiten schreiten weiter voran
Das Projekt in zentraler Lager „ist für die Landeshauptstadt von großer Bedeutung und wird das Gesicht in der Stuttgarter Innenstadt prägen“, lässt Oberbürgermeister Nopper über seinen Sprecher David Rau übermitteln. Derzeit habe man keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass der Bau des Mobility Hub in unmittelbarer Nähe zum Charlottenplatz nicht planmäßig fortgesetzt würde.
Und auch Breuninger selbst will augenscheinlich keine Debatten aufkommen lassen. „Die Arbeiten für den Mobility Hub schreiten sehr gut und wie geplant voran“, betont der Sprecher Andreas Walbillich. Mit der Realisierung trage das Unternehmen aktiv zu einer lebenswerten Stadt mit hoher Aufenthaltsqualität und smarten Mobilitätslösungen bei. Der dreistöckige Neubau soll neben rund 480 Pkw-Parkplätzen auch 150 Fahrrad-Stellplätze sowie Carsharing-Angebote, vielfältige Ladeinfrastrukturen und weitere Dienstleistung rund um die Themen Mobilität und Innovationen miteinander verknüpfen.
Breuninger spricht, verbunden mit der Nähe zu den Stadtbahnhaltestellen Charlottenplatz und Rathaus, gerne von einem neuen Drehkreuz für die Innenstadt. Egal, ob E-Bike, Scooter, Fahrrad, Pkw oder ÖPNV – hier solle sich die Fortbewegungsmethode unkompliziert und nach individuellem Bedarf wechseln lassen.
Breuninger will Beitrag zur Stadtentwicklung leisten
Solche zukunftsweisenden Ideen sieht das Traditionskaufhaus als wichtigen Bestandteil der eigenen DNA. „Breuninger versteht sich an all seinen Standorten als Teil der lokalen Gemeinschaft“, betont Walbillich. „Aus diesem Grund sehen wir uns seit jeher in der Verantwortung, unseren Beitrag zu einer nachhaltigen Stadtentwicklung zu leisten“. Daran scheinen in Stuttgart derzeit auch die Diskussionen über einen möglichen Verkauf nichts zu ändern.