Wegen fehlerhafter Kurbelverschraubung startet Cube eine Rückrufaktion für zahlreiche E-Bike-Modelle. Foto: imago images/Arnulf Hettrich

Der Fahrradhersteller Cube ruft E-Bikes wegen eines möglichen Sicherheitsmangels zurück. Was das für Stuttgarter Fahrradhändler bedeutet.

Der deutsche Fahrradhersteller Cube hat eine umfangreiche Rückrufaktion gestartet. Grund ist laut Hersteller ein sicherheitsrelevanter Mangel an bestimmten Fahrradmodellen, die potenziell zu Unfällen führen könnten. Betroffen sind E-Bikes aus dem Produktionsjahr 2025.

 

Rückruf präventive Maßnahme zur Qualitätsprüfung

Laut dem Hersteller ist die Kurbelverschraubung an manchen Modellen nicht richtig montiert. Daher sei es wichtig, dass Kunden mit den genannten Rädern diese bei ihren Händlern oder direkt bei Cube-Verkaufstellen überprüfen und im Zweifel die Kurbel festschrauben lassen.

Einem Mitarbeiter des Stuttgarter Fahrradgeschäfts Transvelo zufolge, der anonym bleiben möchte, handele es sich dabei nicht um eine klassische Rückrufaktion, sondern um eine präventive Maßnahme zur Qualitätsprüfung.

Im Fahrradgeschäft Transvelo gab es nach eigenen Angaben noch keine Anfrage zu einer Reparatur. Alle Cube-Räder, die über den Stuttgarter Fahrradshop an Endkunden verkauft werden, würden in der hauseigenen Fahrradwerkstatt zusammengebaut werden. Dort werde bereits überprüft, ob die Kurbelverschraubung zu locker sei.

Einige Kunden hätten zwar Modelle erworben, die zu den beobachteten Serien gehören. „Doch bei diesen Fahrrädern konnte keinerlei Mangel festgestellt werden“, so der Stuttgarter Fahrradhändler.

Der Aufwand bleibt bislang überschaubar

Ähnlich sieht es bei Mega Bike in Stuttgart aus: „Es gibt einige Anfragen, doch neue Kurbelschrauben sind bisher nicht geliefert worden“, erklärt Marvin Gebhardt von Mega Bike. Solange bei der Kurbel aber kein Abstand bestehe, bestehe auch kein Tauschbedarf, was die Anzahl der notwendigen Reparaturen begrenzt. Insgesamt seien über den Fahrradladen etwa 200 Cube-Räder im Umlauf.

Im Fahrradhandel Bikesnboards in Stuttgart gibt es derzeit deutlich mehr Anfragen. Rund 30 Kunden hätten in den letzten Tagen ihre Cube-Räder zur Überprüfung vorbeigebracht. Laut dem Fahrradhändler kommen immer wieder Kunden vorbei, um ihre Schrauben tauschen zu lassen – damit sei die Sache dann meist erledigt. Wenn jedoch nichts Auffälliges festgestellt wird, können die Kunden einfach wieder weiterfahren.

Große Nachfrage in Deizisau

Besonders hoch ist die Nachfrage nach einer Anpassung bei Fahrrad XXL Walcher in Deizisau (Kreis Esslingen). Bereits vor zwei Wochen war der Fahrradladen über die Rückrufaktion informiert worden, erklärt der stellvertretende Geschäftsführer Jakob Hirsch. „In unserem Hause sind rund 1.600 Kunden von diesem Rückruf betroffen.“ Alle betroffenen Kunden seien umgehend informiert worden – entweder per E-Mail oder klassisch per Brief. Im Anschreiben habe der Fahrradladen eine Möglichkeit zur Terminbuchung angeboten, die bereits von über 200 Kunden genutzt worden sei.

Da vonseiten Cube keine Nutzungsuntersagung ausgesprochen wurde, raten die Verkäufer von Fahrrad XXL allen Kunden, vor jeder Fahrt eigenständig zu prüfen, ob ein Spiel im Kurbelarm spürbar ist. Sollte dies der Fall sein, soll das Fahrrad nicht weitergefahren und zur Überarbeitung in ein Fahrradgeschäft gebracht werden.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Artikels hatten wir geschrieben, dass verschiedene Fahrräder und E-Bikes der Marke Cube aus den vergangenen Jahren betroffen sind. Tatsächlich geht es konkret um eine Reihe von Hybrid-Bikes aus dem Jahr 2025. Die Liste ist hier einzusehen.