Betroffen vom Rückruf sind 7000 Audi e-Tron, 2300 davon in Deutschland. Foto: Audi

Der Autobauer holt 7000 e-Tron-Modelle wegen möglicher Feuchtigkeit im Batteriesystem in die Werkstatt.

Stuttgart - Erst vor wenigen Wochen hat Audi die ersten Fahrzeuge seines ersten Elektroautos e-Tron ausgeliefert – jetzt heißt es Kommando zurück, denn der Autobauer aus Ingolstadt, der auch ein Werk in Neckarsulm hat, ruft alle Fahrzeuge zur Überprüfung in die Werkstätten zurück. Wie ein Audi-Sprecher unserer Zeitung bestätigte, geht es weltweit um rund 7000 ausgelieferte Modelle, die entweder noch beim Händler oder schon beim Endkunden stehen. Davon sind rund 2300 in Deutschland unterwegs.

Anlass für den freiwilligen Rückruf sind laut Audi mögliche Undichtigkeiten in der Nähe der Ladedose, wodurch bei ungünstigen Bedingungen – das könnte beispielsweise Starkregen beim Laden sein – Feuchtigkeit in das Batteriesystem eindringen könnte.

Offenbar geht es um ein Niedervolt-Kabel. Durch Feuchtigkeit wiederum besteht die Gefahr, dass es zu einem Kurzschluss kommen kann oder im Extremfall die Batterie des Fahrzeugs Feuer fängt. Bislang sind solche Fälle laut Audi aber nicht bekannt. Sollte Feuchtigkeit eindringen, leuchtet im Cockpit die Batteriewarnlampe. „Für den Kunden bedeutet das, dass er auf Warnleuchten, die rechtzeitig angehen, reagieren muss“, so der Audi-Sprecher. Mit dem Aufleuchten funktioniere auch das Schnellladen nicht mehr.

In der Serienfertigung wurden Modelle nachgebessert

Modelle, die derzeit produziert werden, sind nicht betroffen. „Wir werden weitere Abdichtmaßnahmen einführen und haben in der Serienfertigung auch bereits vor Wochen Verbesserungsmaßnahmen umgesetzt“, sagte der Audi-Sprecher.

Für Audi bedeutet das zweifellos einen Dämpfer zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt, will der Autobauer doch mit seinem ersten rein batteriebetriebenen Fahrzeug dem US-Autobauer Tesla Konkurrenz machen. Da sind negative Nachrichten so kurz nach dem Verkaufsstart nicht gerade hilfreich.

Der Audi e-Tron wurde im September vorgestellt, in Deutschland kostet das Fahrzeug knapp 80 000 Euro. Im Mai wurde der e-Tron in den USA eingeführt, im zweiten Halbjahr soll das Modell in China – dem größten Elektro-Automarkt der Welt – auf den Markt kommen. Produziert wird das Elektro-Fahrzeug im Audi-Werk in Brüssel.

Für Audi gilt der e-Tron als Vorzeigemodell. Auf der Hauptversammlung im Mai hatte Audi-Chef Bram Schott angekündigt, dass Audi bis 2025 mehr als 30 Modelle mit Elektroantrieb haben werde, darunter 20 rein elektrische.

Elektroautos nehmen weltweit Fahrt auf. Im vergangenen Jahr wurden nach einer Studie des Center of Automotive Management in Bergisch Gladbach erstmals die Zweimillionen-Grenze überschritten. Allein in China wurden 2018 gut 1,2 Millionen Elektroautos zugelassen. Auf Platz zwei unter den weltgrößten E-Automärkten folgen die USA.

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