Ministerpräsident Winfried Kretschmann zeigt sich trotz Kritik der Liberalen gelassen. (Archivbild) Foto: LICHTGUT/Leif Piechowski/Leif Piechowski

FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke hat Winfried Kretschmann (Grüne) in der Vergangenheit wiederholt scharf kritisiert. Doch der Ministerpräsident zeigt sich dennoch offen für eine mögliche Koalition mit FDP und SPD.

Stuttgart - Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) will seine Entscheidung über eine mögliche Ampelkoalition nicht von den scharfen Angriffen von FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke im Parlament beeinflussen lassen. „Ich bin nicht vergesslich, aber auch nicht nachtragend“, sagte der Regierungschef am Dienstag in Stuttgart. Dass sei bei der CDU vor fünf Jahren nicht anders gewesen, die habe die Jahre zuvor auch eine „beinharte Opposition“ gemacht, bevor sie Juniorpartner von Kretschmann in der grün-schwarzen Koalition wurde. „Das bin ich also gewohnt, mit Leuten zu koalieren, die keine Attacke ausgelassen haben.“ Das sei nicht der Maßstab der Bewertung.

Rülke hatte die Grünen, aber auch die CDU, aus der Opposition heraus in den vergangenen fünf Jahren bis zuletzt immer wieder scharf attackiert. Kretschmann kann sich entscheiden zwischen einer Neuauflage von Grün-Schwarz und dem Experiment einer Ampel mit SPD und FDP. Am Mittwoch und Donnerstag sollen die Sondierungsgespräche fortgesetzt werden.

Es sei immer noch ganz offen, sagte Kretschmann. „Sie können aus nichts eine Präferenz raushören.“ Er sprach von einer Entscheidung von großer strategischer Tragweite. Kretschmann sagte, er habe keinen Zeitdruck bei der Regierungsbildung. Er gehe aber davon aus, dass die Koalitionsverhandlungen bis zur Konstituierung des neuen Landtags am 11. Mai beendet sind.

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