Großer Bahnhof für die neue S-Bahn im Modell: Regionalpräsident Thomas Bopp präsentiert das neue Design. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Mit einem neuen Außendesign sollen die Fahrgastlenkung verbessert und die Haltezeiten verkürzt werden. Im Innern wird es mehr Platz für Rad- und Rollstuhlfahrer geben. Wir zeigen die Details.

Stuttgart - Es war ein großer Bahnhof Ende Juli: Nach monatelangen Debatten hinter verschlossenen Türen präsentierte Stuttgarts S-Bahn-Chef Dirk Rothenstein die neu gestalteten Fahrzeuge – wenn auch nur als Modell im Glaskasten. Immerhin gab es Fotos mit den Spitzen von Bahn, Region und den verkehrspolitischen Sprechern der Fraktionen in der Regionalversammlung, die das neue Design ohne Gegenstimme billigten. Nun wird das Konzept mit dem Hersteller Bombardier besprochen, die Umgestaltung der 157 bestehenden und Ausstattung von 58 neu bestellten Zügen soll im Rahmen des von der DB Regio zur Verfügung gestellten 170-Millionen-Euro-Pakets erfolgen, die ersten Züge sollen Ende 2021 fahren. Das Design markiert auch den Aufbruch in eine neue S-Bahn-Welt mit 215-Wagen-Flotte, moderner Signaltechnik, 15-Minuten-Takt.

 

Neue Farben außen . . .

Die S-Bahnen in der Region Stuttgart waren zum Start 1978 grau-orange lackiert, erst ab 1997 fuhren sie nach und nach im klassischen Verkehrsrot wie heute. Nun ist eine neue Farbgebung geplant. „Die Fahrgäste werden durch Farbe und Piktogramme bewusst zu dem von ihnen gesuchten Bereich gelenkt“, sagt Designer Julian Fordon von der DB Regio, „dies funktioniert selbsterklärend und ist in jeder Situation klar sichtbar.“ Die farblichen Akzente für 1.-Klasse- und Mehrzweckabteile könnten nur in einer „reduzierten Farbumgebung“ wirken. Deshalb ist die neue Grundfarbe Lichtgrau. „Um die für schnelle Fahrgastwechsel wichtigen Türbereiche deutlich erkennbar zu halten, bekommen diese einen Anstrich in der Kontrastfarbe Schwarzgrau.“ Leserin Karin Donat findet die neue Farbe „vielleicht etwas vornehmer, aber empfindlicher“, auf dem Rot habe man auch nicht alle Malversuche gesehen. Bei Streiks entweder im öffentlichen Dienst oder bei der Bahn habe man immer einfach gewusst: „Die Roten fahren, die Gelben nicht – oder umgekehrt.“

. . . und mehr Service innen

Bei der Gestaltung der Innenräume geht es nicht nur um mehr Platz und einen verbesserten Zugang für Rad- und Rollstuhlfahrer sowie Familien mit Kinderwagen, für die neue Mehrzweckbereiche geschaffen werden. „S-Bahnen sind in Metropolregionen die wichtigsten Verkehrsmittel, die Ansprüche an Komfort und Service wachsen“, sagt Matthias Fischer, Geschäftsführer von Neomind Designstudio. Weil immer mehr elektronische Geräte genutzt würden, soll es Sitzreihen mit Doppelsteckdosen geben. Und da die Reiseketten immer komplexer würden, sind zusätzliche Monitore mit Fahrgastinformationen vorgesehen. Zudem werden auch die neuen S-Bahnen mit WLAN ausgerüstet, und in alle Fahrzeuge wird ein technisches Zählsystem integriert, das die Zahl der ein- und aussteigenden Fahrgäste erfasst. „Dadurch erhofft sich die S-Bahn Stuttgart, in absehbarer Zeiten eine Auslastungsanzeige in den digitalen Fahrplanservices abbilden zu können“, sagt Fischer.