Eine erste Visualisierung des modernen Gewerbekomplexes. Foto: evolutiq GmbH

Im Gewerbegebiet Kornwestheim-Nord wird in den kommenden Jahren eine rund 50 Jahre alte Lagerhalle modernisiert. Hinter dem Projekt steht ein großer europäischer Immobilieninvestor – obwohl die Stadt nicht mitsprechen darf, ist die Freude groß.

In das Gewerbegebiet Kornwestheim-Nord kommt Bewegung. Die ehemalige Lagerhalle des Rohrendhändlers Hoberg & Driesch wird modernisiert und soll neue Unternehmen nach Kornwestheim locken. Was bisher bekannt ist und warum sich die Stadtverwaltung über die Entwicklungen freut.

 

1. Warum ist die Fläche frei?

Das Objekt liegt in der Steinbeisstraße 20 in Kornwestheim und gehörte bis vor kurzem der Firma Hoberg & Driesch. Laut Niederlassungsleiter Kai Ortmann baute das Unternehmen schon 1972 in Kornwestheim, „2021 gab es dann die ersten Überlegungen, den Standort zu sanieren.“ Die geschätzten Kosten seien aber sehr hoch gewesen, sagt Ortmann, „da sind wir auf eine andere Idee gekommen“.

Hoberg & Driesch hält nämlich eine weitere, moderne Gewerbeimmobilie im Süden Kornwestheims. Anstatt einer Sanierung ziehen die rund 45 Lager- und Verwaltungsmitarbeiter also in den kommenden Monaten um – das 50 Jahre alte Firmengelände im Gewerbegebiet Nord wurde verkauft.

2. Was passiert nun auf der Gewerbefläche?

Die Projektentwickler Evolutiq und Nrep wollen das Grundstück „entwickeln“. Über die Art, die Kosten und den Umfang der Entwicklung könne man noch keine Aussage treffen, so die Sprecher der Unternehmen.

Fest steht, dass auf dem 23 000 Quadratmeter großen Grundstück bis Anfang 2027 eine flexible Produktions-, Lager- und Bürofläche gebaut werden soll. Es könnte in Zukunft einen oder mehrere Nutzer geben, das Objekt passe zu mittelständischen oder großen Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen. Es würden bereits erste Gespräche mit potenziellen Nutzern laufen, so die Unternehmenssprecher.

3. Wer steckt hinter den Projektentwicklern?

Die Evolutiq GmbH ist ein mittelständischer Investor aus Köln, der sich auf den Ankauf und die Entwicklung von Bestandsgebäuden spezialisiert hat. Das Unternehmen war beispielsweise an der Modernisierung der Alten Wagenfabrik in Köln beteiligt, entwickelt aktuell aber auch eine Gewerbefläche in Hanau, die der in Kornwestheim sehr ähnelt.

Deutlich größer und finanzstärker ist Nrep, ein Investor mit über 400 Mitarbeitern in acht europäischen Ländern. Das dänische Unternehmen verwaltet laut eigener Aussage 19 Milliarden Euro Vermögen und acht Millionen Quadratmeter Immobilienfläche in ganz Europa. Seit einigen Jahren ist der Immobilienentwickler auch in Deutschland aktiv und entwickelt laut Medienberichten unter anderem eine Co-Living-Anlage in Berlin mit insgesamt 314 Einzelwohnungen. Zudem ist Nrep am Umbau des früheren Weck-Glaswerks in Meckenheim bei Bonn beteiligt.

4. Warum freut das Projekt auch die Stadtverwaltung?

Das Grundstück ist Privatgelände, die Stadtverwaltung und der Gemeinderat werden bei der Entwicklung also nicht mitmischen. Dennoch freut sich die Stadt Kornwestheim über die Neuigkeit. Das sei ein „Leuchtturm-Projekt“ für das Gebiet Kornwestheim-Nord, wird Bürgermeisterin Martina Koch-Haßdenteufel in einer Pressemitteilung zitiert.

Die Gewerbefläche soll nachhaltig modernisiert werden, wenig Energie verbrauchen und sich mit einer Fotovoltaikanlage selbst mit Strom versorgen. Besonders erfreulich für die Stadt: eine neue Gewerbeanlage entsteht, ohne dass dafür neue Fläche versiegelt wird. Es gebe nur noch wenig unbebaute Fläche, die für Gewerbe zur Verfügung steht, sagt Stadtsprecherin Sandra Hennig. Über neue Unternehmensansiedlungen durch „Revitalisierung“ freue sich die Stadtverwaltung daher besonders, so Hennig.