Das Pastorenehepaar Lena und Stefan Uhlig im Gospelhouse Foto: Gottfried Stoppel

Ein markantes Gebäude in Fellbach, ehemals Sportgeschäft und Bäckerei, wird mit neuem Leben gefüllt. Eine Kirche zieht ein und plant Großes für die Stadt.

Einen idealeren Standort, um Aufmerksamkeit zu erreichen, kann man sich kaum vorstellen: Mitten in der Fellbacher City, an der Ecke Bahnhofstraße und Tainer Straße, gegenüber der Stadtbahn-Endhaltestelle und dem Rathaus, hat das bisher in Winnenden angesiedelte Gospelhouse ein neues Domizil gefunden.

 

Dank der zentralen Lage haben schon viele in den vergangenen Wochen ihre neugierigen Blicke durch die hohen Fenster ins Erdgeschoss schweifen lassen, um die Umbauarbeiten zu verfolgen. Viele bewegungsaffine Fellbacherinnen und Fellbacher kennen das Gebäude vor allem deshalb, weil dort über viele Jahre das Sportgeschäft Zeyher ansässig war. Zuletzt betrieb die mittlerweile nicht mehr existierende Fellbacher Bäckerei Grau in den Räumen ihr „Best of Grau Café“.

Gospelhouse expandiert: Sieben Standorte in Süddeutschland

Der Fellbacher Ableger gehört zur evangelischen Gospelhouse-Freikirche, die ihren Ursprung in Nördlingen hat und mit insgesamt sieben Standorten in Baden-Württemberg und Bayern aufwarten kann.

„Wir haben im Frühjahr 2025 die leerstehende Räumlichkeit in der Bahnhofstraße 1 erworben und seitdem renoviert und neu eingerichtet“, berichtet Pastor Stefan Uhlig (38), der beim Pressebesuch mit Jeans und Baseballcap lässig durch die Räume wandelt. Die Familie mit Ehefrau Lena Uhlig und den drei Kindern ist im vergangenen Herbst von Winnenden in in den Fellbacher Bruckwiesenweg gezogen.

So sieht jetzt der Cafébereich im Erdgeschoss aus. Foto: Gottfried Stoppel

Die 600 Meter Gesamtfläche verteilen sich auf drei Stockwerke. Zum Kauf und zur Realisierung der Umbauten haben etliche (Groß-)Spenden beigetragen, ansonsten war insbesondere ehrenamtlicher Einsatz gefragt. Wer die Räumlichkeiten betritt, landet als Erstes im Erdgeschoss mit der offenen Kaffeebar und verschiedenen Sitzgelegenheiten – die Theke wurde teilweise vom vorherigen Café übernommen.

Der Verkaufsraum im Obergeschoss wurde zu einem modernen Veranstaltungs- und Gottesdienstsaal mit einem extra Übertragungsraum für Eltern mit Kleinkindern ausgebaut. „Und im Untergeschoss, wo früher die Fellbacher ihre Ski haben richten lassen, ist auf 150 Quadratmetern mit Unterstützung des Spielraumgestalters Rainer Ulm eine nachhaltige Indoor-Spielelandschaft für Kinder entstanden“, berichtet Uhlig.

Aktuell besuchen die Gottesdienste im Gospelhouse, die sonntags um 11 Uhr beginnen, nach Uhlings Angaben zwischen 80 und 100 Menschen aller Generationen aus Fellbach und Umgebung. Das Ziel des Gospelhouses, von Campuspastor Uhlig als „Herzschlag“ bezeichnet: „Wir wollen ein Zuhause für unsere Kirche und ein Zuhause für unsere Stadt schaffen.“ Grundsätzlich sei man auch offen für Anfragen durch Menschen oder Gruppierungen außerhalb der eigenen Kirche.

Kontakte zu den anderen Kirchen in Fellbach – die Lutherkirche liegt schließlich keine 100 Meter entfernt – wurden bereits geknüpft, „wir haben bereits einige positive Gespräche geführt.“ Auch mit der Stadt gab es den Austausch, wobei dort die Hoffnung geäußert wurde, dass das Gospelhouse zur Belebung der Fellbacher Innenstadt beiträgt.

„Grand Opening“: Fellbachs neues Schmuckstück wird enthüllt

Die offizielle Eröffnungsfeier an diesem Wochenende, von den Veranstaltern als „Grand Opening“ bezeichnet, soll das „zentral in der Fellbacher Innenstadt gelegene neue Schmuckstück“ (Uhlig) vorstellen. An diesem Freitag, 27. März, findet um 19.30 Uhr der Jugendgottesdienst „NXT LVL“ statt.

Zentraler Tag für Interessenten von außen ist am Sonntag, 29. März, zunächst der Festgottesdienst um 11 Uhr. Anschließend beginnt mit einem Grußwort von Fellbachs Erstem Bürgermeister Johannes Berner der „Tag der offenen Tür“ bis 18 Uhr mit Führungen durch die Räumlichkeit, Essen und Trinken sowie einem bunten Kinderprogramm. Am 30. März um 19.30 Uhr endet das Grand Opening mit einem Kennenlernabend des Glaubenskurses „Alpha“.