Betriebsärzte könnten bei Corona-Impfungen künftig stärker eingespannt werden. Foto: dpa/Robert Michael

Die Fellbacher Hahn-Gruppe hat sich erfolgreich um die Teilnahme an einem Modellprojekt zur betrieblichen Impfung beworben. Der Autohändler bekommt Biontech aus Landesbeständen.

Fellbach - Bei der Corona-Impfquote im Rems-Murr-Kreis gibt es noch reichlich Luft nach oben. Der Impfstoff ist noch immer knapp, Termine zu bekommen nicht leicht. Da liegt der Wunsch vieler Unternehmen nahe, möglichst vielen ihrer Mitarbeiter so zeitig wie möglich eine Impfung gegen das Virus zu ermöglichen.

Die Hahn-Gruppe aus Fellbach, einer der größten Autohändler Deutschlands, hatte nun Glück: Die Firma hat sich erfolgreich um die Teilnahme eines Modellprojekts des baden-württembergischen Sozialministeriums und des Baden-Württembergischen Handwerkstags beworben. Das Projekt soll das betriebliche Impfen voranbringen – dieses sei, so der Landesgesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne) in einer Mitteilung, „neben Hausarztpraxen und Impfzentren eine wichtige dritte Säule der Impfkampagne“. Gerade, falls zukünftig regelmäßige Auffrischungs-Impfungen nötig sein sollten, spielten Betriebsärzte eine wichtige Rolle.

Pilotprojekt zur Corona-Impfung in Betrieben

Das Pilotprojekt hatte zunächst mit 12 000 Mitarbeitern von Unternehmen aus der sogenannten kritischen Infrastruktur begonnen. Nun, mit dem Ende der Priorisierung bei der Impfung, wurde es auf drei weitere Betriebe aus dem Bereich Handwerk ausgeweitet. Einer davon ist die Hahn-Gruppe. „Handwerksbetriebe sind meist kleiner und haben oft nicht genügend Platz und die notwendigen Strukturen, um eigene Impfstraßen einzurichten“, so das Ministerium. Das Projekt soll eruieren, wie es möglich sein könnte, mehrere kleine Betriebe gemeinsam zu impfen. Dafür stehen insgesamt rund 400 Impfdosen zur Verfügung. Diese kommen aus dem Kontingent des Landes – sprich: dem Kreisimpfzentrum.

130 der 1900 Mitarbeiter bekommen eine Impfung

Nun ist die Hahn-Gruppe sicherlich kein „kleiner Betrieb“: Sie beschäftigt 1900 Mitarbeiter, davon etwa 250 Auszubildende. „Den Begriff verwenden wir vor allem zur Abgrenzung gegenüber den bisherigen Teilnehmern, die meist deutlich größere Firmen waren“, so ein Sprecher des Ministeriums. Zumal die Hahn-Mitarbeiter sehr dezentral auf die 35 Standorte des Unternehmens verteilt seien. Von den Hahn-Mitarbeitern sollen in der kommenden Woche rund 130 ihre erste Biontech-Dosis erhalten. „Die Idee ist, dass dies Mitarbeiter aus kritischen Bereichen sind, die kein Homeoffice machen können“, so der Ministeriumssprecher.

„Im Anschluss an das Modellprojekt wird das Unternehmen kurzfristig allen impfwilligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein Impfangebot machen“, sagt der Geschäftsführer Steffen Hahn. Dies sei allerdings abhängig von der Verfügbarkeit der Impfstoffe. Die Hahn-Gruppe wolle auch engen Angehörigen der Belegschaft Impfungen ermöglichen – „das gestaltet sich aktuell noch schwierig“.

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