Die Stadt baut und baut an dem neuen Mobilitätspunkt. Wie er einmal aussehen soll, zeigt eine Infosäule. Im nächsten Jahr soll alles fertig sein. Foto: Klaus Nonnenmacher

Nach dem Kauf des Bahnhofs will die Stadt Eislingen an zentraler Stelle Mobilitätsangebote vom Fahrradverleih bis zur Elektro-Ladesäule bündeln. Nach zwischenzeitlichen Verzögerungen nimmt das Projekt wieder Fahrt auf.

Eislingen - Die Carsharing-Autos hängen bereits an Elektro-Ladesäulen. Das eine oder andere Leih-E-Bike ist unterwegs. Und im neuen Bahnhofs-Bistro Die Weiche haben es sich ein paar Gäste bequem gemacht. Wären da nicht der große Bauschutt-Container und der abgezäunte West-Flügel des Eislinger Bahnhofs, könnte man meinen, der neue Mobilitätspunkt sei schon fertig.

Nachdem die Stadt den Rathausneubau mit dem neuen Platz vis-à-vis des Bahnhofs abgeschlossen hatte, sollte als nächstes der Bahnhof selbst umgestaltet werden. Das verwinkelte Gebäude, in dem unter anderen bis zum Rathausneubau der Baubürgermeister residierte und über lange Jahre der Jugendtreff Non-Stop untergebracht war, bedarf dringend einer Auffrischung. Mit Geld aus verschiedenen Fördertöpfen der Region und der EU soll dort überdies einer von 13 Mobilitätspunkten der Region Stuttgart entstehen. Die Stadt investiert rund 1,5 Millionen Euro. 450 000 Euro stammen aus dem Europäischen Förderprogramm für regionale Entwicklung.

Der eigentliche Mobilitätspunkt fehlt noch komplett

Bislang wurden im Erdgeschoss die Räumlichkeiten für das Stauferwerk, den lokalen Energieversorger, eingerichtet. Die Räumlichkeiten der Verwaltung im ersten Obergeschoss wurden im vergangenen Jahr komplett saniert. Seit Anfang dieses Jahres sind die Musikschule, das Kinder- und Jugendbüro sowie das Integrationsmanagement in den neuen Räumlichkeiten im ersten Stock. Die Gaststätte Die Weiche ist seit Anfang März in Betrieb. Noch kann dort die Terrasse wegen Umbauarbeiten nicht genutzt werden.

Was noch komplett fehlt, ist der eigentliche Mobilitätspunkt. Die Zentrale soll später neben dem Reisezentrum der Deutschen Bahn und des Anbieters Go-Ahead auch eine Post-Filiale, einen Kiosk für Zeitschriften, Süßwaren, Getränke, Tabakwaren, Geschenkartikel und sowie das Car-Sharing-Angebot mit Ladesäule, den E-Bike-Verleih, Bushaltestellen und einen Taxistand umfassen. Gebaut werden muss auch noch das Fahrradparkhaus samt Fahrradboxen.

Das umfangreiche Projekt hat sich verzögert

Ursprünglich hätte alles schon in diesem Sommer fertig sein sollen, doch das umfangreiche Projekt verzögerte sich. Unter anderem erwarb die Stadt erst im vergangenen Herbst eine zusätzliche Ladeneinheit im Gebäude, ein ehemaliges Wettbüro, die dem Mobilitätspunkt flächenmäßig zugeschlagen werden musste. „Aufgrund von Kündigungsfristen konnte erst in diesem Frühjahr mit dem Abbruch begonnen werden“, erläutert Christoph Braun, der Leiter des städtischen Hochbauamtes, die Verzögerung. Des Weiteren zog eine der Baufirmen ihr Angebot zurück. Erst seit Anfang Juli konnte das neu beauftragte Unternehmen mit den Metallbau- und den Verglasungsarbeiten für den Mobilitätspunkt beginnen. Diese Arbeiten für den Innenausbau des Mobilitätspunkt laufen zurzeit noch, sollen nach Angaben der Stadtverwaltung jedoch bis zum Ende des Jahres abgeschlossen sein: Die Räume sollten sogar noch vor Weihnachten bezogen werden.

Im Anschluss wird dann das Fahrradparkhaus mit seinen rund 80 Stellplätzen gebaut, dazu wird die Interimsladeneinheit wieder aufgelöst und zurückgebaut. Die Passage im Gebäude soll im kommenden Frühjahr fertig sein. „Es soll eine freundliche, helle und einladende Atmosphäre im neuen Bahnhofszentrum vermittelt werden“, sagt Christoph Braun. Dafür fehle dann nur noch die Fassadensanierung. Diese bilde den Abschluss des Bahnhofsumbaus.

13 neue Punkte – Von der Ladesäule bis zum Reisecenter

In 13 Kommunen in der Region Stuttgart werden Bahnstationen zu regionalen Mobilitätspunkten umgebaut, an denen verschiedene Angebote wie Carsharing, Rad- und Pedelecverleih, P&R, Taxi und E-Lade-Infrastruktur mit den Angeboten des ÖPNV (Bus und Bahn, Fernbus, Expressbus) effizient verknüpft werden. Finanziert werden diese Verkehrsdrehscheiben zu etwa gleichen Teilen aus dem regionalen Förderprogramm sowie mit EU-Geldern. Das Projektvolumen beläuft sich auf etwa 5,3 Millionen Euro.

Im Kreis Göppingen sind Mobilitätspunkte in Göppingen, Eislingen und Gingen geplant und zum Teil schon umgesetzt. Im Kreis Esslingen stehen Esslingen und Leinfelden-Echterdingen auf der Liste, im Kreis Böblingen die Kreisstadt selbst sowie Sindelfingen und Leonberg. Der Kreis Ludwigsburg ist mit der Kreisstadt dabei, im Rems-Murr-Kreis bekommen Waiblingen, Backnang, Fellbach und die Gemeinde Kernen einen Mobilitätspunkt.

Leinfelden-Echterdingen plant ein Netz aus bis zu 13 städtischen Mobilitätspunkten. In Fellbach wird unter anderem ein automatisches Fahrradparkhaus errichtet. In Waiblingen werden gerade die Standorte für das Infoterminal und ein Videoreisezentrum abgestimmt. In Esslingen soll neu gebaut werden. Der Bauantrag ist nach Auskunft des Verbands Region Stuttgart gestellt.

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