Große Autos fallen auch unter die Förderung – wenn sie einen Hybrid-Antrieb haben. Foto: dpa

Wenn der Dienstwagen zumindest teilweise mit Strom fährt, halbiert sich seit Jahresbeginn die Steuerbelastung. Aus Sicht von Öko-Verbänden ein reines Förderprogramm für Luxusspielzeuge.

Stuttgart - Öko-Verbände kritisieren ein Gesetz, was eigentlich die Umwelt schützen soll. Seit Jahresbeginn werden Dienstwagen steuerlich bevorzugt, wenn der Antrieb ­zumindest teilweise elektrisch erfolgt. Nach der Rechnung von Steuerexperten kann sich der steuerliche Vorteil pro Jahr rasch auf mehr als 2300 Euro belaufen.

Klaus-Peter Gussfeld vom Bund für ­Umwelt und Naturschutz Deutschland in Baden-Württemberg, sagte unserer Zeitung: „Es droht die Gefahr einer Fehlentwicklung, dass Luxusspielzeuge mit einem ökologischen Mäntelchen versehen werden.“

Birgit Maier, Geschäftsführerin des Verkehrsclub Deutschland (VCD) im Land, erklärte: „Die Steuererleichterung für Plug-In-Hybride belastet unter dem Deckmantel des Klimaschutzes die Umwelt und den Steuerzahler.“ Diese Fahrzeuge seien aufgrund der Batterien nicht nur deutlich schwerer als herkömmliche Benziner. „Ihre Reichweite liegt im reinen Elektromodus bei fast allen Modellen deutlich unter 50 Kilometern.“

Dienstwagenprivileg auf dem Prüfstand

Im Normalfall muss ein Prozent des ­Listenpreises eines Dienstwagens als geldwerter Vorteil versteuert werden. Bei einem Kaufpreis von 100 000 Euro beläuft sich die steuerliche Belastung durch den Dienstwagen bislang selbst bei einem Hybrid-Fahrzeug bei einem Abgabensatz von 45 Prozent auf mehr als 5000 Euro pro Jahr. Wird ein Wagen zum selben Kaufpreis nun nach der neuen Regelung für elektrische oder teilelektrische Fahrzeuge besteuert, kann sich die Steuerlast um mehr als 2300 Euro pro Jahr verringern. Der Grund: es wird nur noch der halbe geldwerte Vorteil besteuert.

Der VCD fordert zudem: „Das Dienstwagenprivileg sollte grundsätzlich auf den Prüfstand. Statt den Besitz von Pkw zu fördern, sollte die Förderung umweltfreundlicher Mobilität im Zentrum stehen.“

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