Sabine Mezger, die Bezirksvorsteherin von Stuttgart-Nord, nimmt an der ersten Elektro-Carsharing-Station, die im März eröffnet wurde, in einem E-Auto Platz. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Carsharing wird immer beliebter: In den vergangenen zwei Jahren hat sich die Zahl der Carsharing-Autos in Stuttgart mehr als verdoppelt. Nun hat der Gemeinderat die Parkgebührenbefreiung für Carsharing-Fahrzeuge bis Ende 2026 verlängert.

Dass Carsharing-Fahrzeuge seit Januar 2023 in Stuttgart keine Parkgebühren zahlen müssen, hat sich auf die Größe der Flotte ausgewirkt: Die Zahl der Fahrzeuge ist seitdem von rund 750 auf 1830 gestiegen. Dadurch ist Stuttgart beim Carsharing im bundesweiten Vergleich mittlerweile vom zwölften auf den vierten Platz gestiegen.

 

„Carsharing ist in Stuttgart beliebter denn je“, sagt Martin Körner, der Leiter des Grundsatzreferats Klimaschutz, Mobilität und Wohnen, über den positiven Trend. Für viele Stuttgarterinnen und Stuttgarter sei Carsharing genau das richtige Mobilitätsangebot: flexibel und ohne hohe Fixkosten wie beim eigenen Auto. „Daher wollen wir das Carsharing weiterhin fördern und künftig noch stärker unterstützen“, sagt Körner.

Jetzt hat der Gemeinderat dafür finanziell die Weichen gestellt und beschlossen, die Parkgebührenbefreiung für Carsharing-Fahrzeuge bis Ende 2026 zu verlängern. Zudem wurde das Kleinkraftrad-Sharing einbezogen. In Stuttgart verbreitet ist das E-Moped-Sharing der Marke Stella.

Teilen statt besitzen ist kostengünstig

Carsharing ist eine umweltfreundliche und kostengünstige Alternative zum eigenen Auto – vor allem für diejenigen, die nur ab und zu ein Auto brauchen oder bewusst auf ein eigenes Fahrzeug verzichten wollen. Stuttgart fördert deshalb Carsharing mit festen Stationen im öffentlichen Raum. „Der Gemeinderat hat die Verwaltung beauftragt, den Ausbau des Carsharings in Stuttgart zu unterstützen“, sagt Wolfgang Forderer, Leiter der Abteilung Mobilität im Grundsatzreferat Klimaschutz, Mobilität und Wohnen. Die Stärkung des Carsharings sei eine Maßnahme des Klimamobilitätsplans der Landeshauptstadt. Durch die Förderung des stationsbasierten und stationsunabhängigen (free-floating) Carsharings stehe den Bürgerinnen und Bürgern eine breitere Auswahl an Mobilitätsdiensten zur Verfügung. „Damit kommt Stuttgart dem Erreichen der Klimaziele ein Stück näher“, sagt Forderer

Mehr free-floating-Fahrzeuge

Ein weiterer Vorteil: Anbieter des stationsbasierten Carsharings können Autos in bewirtschafteten Bereichen parken, in denen noch keine festen Carsharing-Stationen bestehen. Somit ist in vielen Gebieten ein durchgängig verfügbares Angebot gewährleistet. Der Erlass der Parkgebühren hat zudem dazu geführt, dass die Zahl von free-floating Fahrzeugen in Stuttgart gestiegen ist.

Carsharing in Stuttgart

Stationsgebunden
Das Prinzip ist einfach: Man reserviert ein Auto seiner Wahl online, holt es an einem Stellplatz des Anbieters ab, fährt solange und soweit man will und gibt es wieder an der Station zurück. Abgerechnet wird in der Regel nach gebuchter Zeit und gefahrenen Kilometern. Aktuell gibt es vier Anbieter: deer e-Carsharing, Ford Carsharing, stadtmobil und Flinkster.

Stationsunabhängig
Free-Floating-Angebote sind nicht an feste Stellplätze eines Anbieters gebunden, sondern werden auf öffentlichen Parkplätzen abgestellt. Man kann ein Fahrzeug freischalten, nutzen und parkt es im Anschluss wieder auf einem beliebigen Parkplatz im Geschäftsraum des Anbieters. Aktuelle Anbieter in Stuttgart: Miles und Share now (ehemals Car2go).

Stellplätze
In Stuttgart gibt es rund 175 Carsharing-Stellplätze. Seit 2024 sind auch elf Elektro-Carsharing-Stellplätze mit Ladesäulen in Betrieb.