Mobilität in Ditzingen Stadt will mehr Alternativen zum Individualverkehr

Von Franziska Kleiner 

Am Bahnhof soll es künftig weit mehr Radabstellplätze geben. Foto: factum/Granville
Am Bahnhof soll es künftig weit mehr Radabstellplätze geben. Foto: factum/Granville

Mit einem Bündel von Maßnahmen will Ditzingen dem Verkehrschaos in der Stadt Herr werden. Nach der Sommerpause sollen sich auch die Bürger beteiligen.

Ditzingen - Die Ditzinger haben täglich den Stau vor Augen, ganz gleich, ob Ferienzeit ist oder nicht: In der Heimerdinger Ortsmitte, auf der Ditzinger Westumfahrung, in der Siemensstraße. Die Fraktionen im Gemeinderat stimmen deshalb im Ziel überein, den Individualverkehr zu reduzieren. Die Verwaltung legte vor der Sommerpause ein Papier vor, in dem sie aufzeigt, was getan wurde, was noch zu tun ist. Nach den Sommerferien soll die Öffentlichkeit beteiligt werden, um die Maßnahmen zu konkretisieren.

Die Ziele

Wie lässt sich die Mobilität von Personen und Gütern erhalten, ohne dass der Verkehr langfristig Mensch und Umwelt übermäßig belastet? Diese Frage steht im Mittelpunkt der nachhaltigen Mobilität. Die Ditzinger wollen die Nachfrage der Bürger nach Alternativen zum Individualverkehr stärken. Sie sollen grundsätzlich nicht mehr auf das eigene Auto angewiesen sein müssen. Zugleich haben sich die Ditzinger aber auch zum Ziel gesetzt, dass alle Bevölkerungsgruppen gleichermaßen mobil sein können. Das bedeutet nicht, die Bedingungen für den Individualverkehr nicht mehr optimieren zu wollen. Maßnahmen auch dafür hat die Verwaltung genannt.

Erste Umsetzung

Für das Radleihsystem „Regio Rad Stuttgart“ sind die Fahrradständer am Ditzinger Bahnhof und in den Stadtteilen montiert. Allein es fehlen laut der Verwaltung in den Stadtteilen noch die Fahrräder und in der Gesamtstadt die Pedelecs der DB Regio. Zudem steht auf dem Parkplatz am Schloss eine Ladesäule für Elektrofahrzeuge. Wer kein eigenes Auto hat, aber ein Fahrzeug benötigt, kann eines der fünf Fahrzeuge von Stadtmobil nutzen. Diese stehen am Ditzinger Bahnhof. Für Radfahrer werden in der Stadt Radschutzstreifen angelegt: In der Calwer Straße etwa gibt es einen, seitdem die Straße saniert wurde. Er räumt den Radfahrern auf der viel befahrenen B 295 einen eigenen Raum ein. Teilweise umgesetzt – im Gemeinderat häufig diskutiert – ist die Programmierung der Ampelanlagen für die Schaffung einer „Grüne Welle“.

Noch nicht realisiert

Diskutiert und von allen begrüßt wurden die Pläne der Stuttgarter Straßenbahnen AG für die Verlängerung der Stadtbahnlinie 13 von Stuttgart-Weilimdorf über Hausen nach Ditzingen. Eine erste rechtliche Hürde hat das Projekt genommen: Der Verband Region Stuttgart hat dem Bau eines neuen SSB-Depots in Hausen zugestimmt. Beschlossen ist auch im Rahmen der Umgestaltung des Bahnhofs die Verlängerung des Aufzugs nach Süden. Außerdem soll eine Brücke errichtet werden, um den Zugang aus dem Gewerbegebiet auf die Gleise barrierefrei zu gestalten. Am Bahnhof wird zudem ein Fahrradparkhaus gebaut. Das hat der Gemeinderat bereits beschlossen.

Weitere Möglichkeiten

Die Stadt hat mit Verweis auf die Vorschläge des baden-württembergischen Verkehrsministeriums Möglichkeiten für weitere Projekte aufgezeigt. Demnach könnten Stadtbusse mit Elektroantrieb fahren. Die Buslinien aus den Ortsteilen könnten verlängert werden, um direkt in Stadtbahn und S-Bahn umzusteigen. Die CDU hat bereits beantragt, eine Expressbus-Linie einzurichten, um die Stadtteile an die S-Bahn in Ditzingen anzubinden. Dieser Vorschlag soll nun auch auf Praktikabilität und Kosten geprüft werden.

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