Ein SSB-Berater informiert einen Mitarbeiter der SWMH-Medienholding in Möhringen über Flex in the City. Foto: Götz Schultheiss

Ein neues Angebot der SSB soll Synergiepark und Filderebene vom Autoverkehr entlasten. Götz Schultheiss

Filder/Stuttgart - Ab sofort können SSB-Flex-Kunden das Stuttgarter Ridesharing-Angebot fünf Monate lang auch an Werktagen während der Hauptverkehrszeit im Synergiepark nutzen. „Montags bis freitags von 6 bis 10 und von 15 bis 18 Uhr werden die Flex-Fahrzeuge in den Stadtbezirken Vaihingen, Möhringen, Degerloch, Sillenbuch und Birkach/Plieningen Fahrtmöglichkeiten zwischen den dort angesiedelten Firmen mit ihren Arbeitsplätzen und den ÖPNV-Haltestellen unterwegs sein“, teilen die SSB mit.

Die Ausdehnung des Pilotprojekts von SSB und der Verkehrs-App Moovel, die demnächst Reach Now heißen wird, über die Randzeiten hinaus in die Hauptverkehrszeiten wird durch die Kooperation mit der Mercedes-Benz AG verwirklicht. Der App-Entwickler Moovel setzt das erweiterte Angebot in der SSB-Flex-App technisch um.

Hauptziel der SSB und der Mercedes-Benz AG sei es, mit dem größeren Angebot Erkenntnisse darüber gewinnen, wie ein großes Industriegebiet mit mehreren Tausend Mitarbeitern mit innovativen Mobilitätskonzepten erschlossen werden könne, um den Verkehr zu verringern und den ÖPNV in den Hauptverkehrszeiten auf umweltfreundliche und komfortable Weise zu ergänzen.

Umweltfreundlich mit dem elektronischen Van unterwegs

Die Mercedes-Benz-Sparte Vans stelle für die SSB-Flotte Fahrzeuge des Typs eVito Tourer zur Verfügung. Sie stehen laut Hersteller für emissionsfreies Fahren mit wenig Lärm. Damit solle der vollelektrische Betrieb auf Bestellung der Kunden, der im Werbeslang „On-Demand-Betrieb“ genannt wird, erprobt und im Laufe des Jahres nach und nach ausgebaut werden.

SSB-Flex sei ein Bestell- und Mitfahrangebot, das die SSB in vermeintlich peppigem, aber für viele Ältere unverständlichem Denglisch, „On-Demand- und Ridesharing-Angebot“ nennen. Nutzer können im „Bediengebiet“ auf Bedarf und ohne langen Weg zur nächsten Haltestelle und unabhängig vom Fahrplan ein- und aussteigen. Moovel bringe seine „Ridepooling-Technologie“, wie den hinter der SSB Flex App liegenden Algorithmus, in die Kooperation ein. Dieser bündele die Anfragen der Nutzer und ermögliche damit das Teilen von Fahrten, das sogenannte Ride­sharing. Dieses funktioniere so: Der Fahrgast gibt in der SSB-Flex-App Start und Ziel ein. Die App lotst ihn wenige Meter zum nächstgelegenen Abholpunkt. Dort sammelt ihn der Fahrer auf und fährt ihn zu einem Absetzpunkt in der Nähe des Ziels. Die App zeigt den Weg inklusive Fußwege an. Mehrere Nutzer mit ähnlicher oder sich überschneidender Route fahren als Fahrgemeinschaft.

Weitere Kooperationsangenbote der SSB mit Mercedes-Benz sollen folgen

„Nach dem Start von SSB-Flex im Juni 2018 ist dies die dritte Ausbaustufe im gemeinsamen Pilotprojekt“ heißt es bei den SSB. Während der aktuellen Erprobung werde das gesamte Stuttgarter Stadtgebiet in den Randzeiten von 18 bis 2 Uhr (Sonntag bis Donnerstag) und 18 bis 4 Uhr (Freitag bis Samstag) erschlossen. Im August 2019 sei dieser Service von einzelnen Stadtteilen auf das gesamte Stuttgarter Stadtgebiet an sieben Tagen in der Woche erweitert und hinsichtlich der Betriebszeiten angepasst worden. „Als weitere Entwicklung sollen künftig in Kooperation mit der Mercedes-Benz AG weitere Mobilitätsangebote speziell für Mitarbeiter im Synergiepark Vaihingen folgen“, versprechen die SSB.

Das Stuttgarter Regierungspräsidium habe das Bestell- und Mitfahrangebot SSB-Flex nach den Vorschriften, die auch für den Liniennahverkehr mit Bussen entsprächen, genehmigt.

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