Rund um den Synergiepark bilden sich im Berufsverkehr oft lange Staus. Foto: dpa/Sebastian Gollnow

Dass sich der Synergiepark und die Gegend drumrum zunehmend zur Staufalle entwickelt, ist bekannt. Und es dürfte noch schlimmer werden, weil die Zahl der Arbeitsplätze steigt. Die Ergebnisse einer Umfrage sollen nun helfen, gegenzusteuern.

Filder - Durch weitere Firmenansiedlungen tummeln sich in wenigen Jahren auf der Verkehrsdrehscheibe zwischen Synergiepark, Airport-City und Step-Areal etwa 150 000 Beschäftigte. Sollten die meisten mit dem Auto kommen, ist der Verkehrskollaps so gut wie sicher. Um zu ergründen, wer am Auto festhalten will oder muss und wer unter welchen Voraussetzungen auf andere Verkehrsmittel wechseln könnte, hat die Wirtschafts- und Industrievereinigung Stuttgart (WIV) bei Firmen und Mitarbeitern genauer nachgehakt. Die erste Runde der Mobilitätsbefragung Synergiepark hat knapp 6000 Antworten gebracht. Im vergleich zu den rund 43 000 Beschäftigten in dem Gebiet ist hier allerdings noch Luft nach oben. Deshalb will die WIV nun weitere Firmen zum Mitmachen bewegen.

Die dann wohl noch umfangreichere Datensammlung soll dem Gemeinderat im November präsentiert werden, sagt der WIV-Vorsitzende Günter Sabow. „Wir hatten den Eindruck, dass es bei der Diskussion über Mobilitätskonzepte zu wenig Daten als Grundlage gegeben hat. Deshalb freuen wir uns, dem Gremium wertvolle Entscheidungshilfen geben zu können“, erklärt Sabow den Anlass für die Umfrage. Dann appelliert er: „Weitere Firmen stehen nun in der Pflicht, an der Befragung teilzunehmen.“ Die bisherigen Ergebnisse geben einen Vorgeschmack:

Wo wohnen die Leute, und wann pendeln sie?

Die Wegstrecken von den Wohnorten zu den Arbeitsplätzen der Mitarbeiter variieren erheblich. 14,2 Prozent fahren mehr als 40 Kilometer weit, 31,8 Prozent sind zwischen 20 und 40 Kilometer unterwegs, für 29,6 Prozent ist der Weg zur Arbeit zehn bis 20 Kilometer lang, und bei 9,8 Prozent liegt er unter fünf Kilometer.

90 Prozent all dieser befragten Pendler fahren morgens zur Hauptverkehrszeit, zwei Drittel davon zwischen 6 und 8 Uhr. 60 Prozent von ihnen fahren zwischen 16 und 18 Uhr heim.

Wie viele Leute nehmen das Auto?

Der wichtigste Grund für die Wahl des Verkehrsmittels ist die Dauer der Reisezeit, gefolgt von der Zuverlässigkeit und den Fahrtkosten. Erst dann folgen Fragen wie Umweltbelastung, individueller Komfort, Gesundheit und Fitness.

51 Prozent der Befragten nutzen als Fahrer oder Beifahrer das Auto, vor allem wegen der Flexibilität. Wichtige Kriterien sind außerdem die Zuverlässigkeit und die Unabhängigkeit von der Witterung. Das Auto wird dann genutzt, wenn die Wege für die Fahrt mit dem Rad zu weit und die Ziele mit Bus und Bahn zu schwer zu erreichen sind. 77 Prozent der Pendler mit dem Auto können auf dem Firmengelände parken. Knapp 18 Prozent, also viel zu viele, stellen ihr Auto auf öffentlichen Stellflächen an den Straßen ab.

Wie viele nutzen den Nahverkehr?

39 Prozent nutzen den öffentlichen Nahverkehr, 33,4 Prozent könnten ihn sich für den gesamten Weg oder für Streckenteile vorstellen. Nur 27,6 Prozent verweigern sich dem ÖPNV-Angebot. Wer schon mit dem ÖPNV fährt und wer mit ihm liebäugelt, der will gute Anschlüsse, die Einhaltung des Fahrplans, kurze Fahrtzeiten, Nähe der Haltestellen, Echtzeitinformation bei Änderungen und günstige Fahrpreise. Rund 3400 der Befragten halten die Förderung, zum Beispiel durch ein Job-Ticket, für wichtig. 26,6 Prozent nutzen es bereits, 14,2 Prozent bekommen dafür von ihren Arbeitgebern kein Angebot.

Wer nimmt das Rad zur Arbeit?

11,3 Prozent der Mitarbeiter radeln die gesamte Strecke zum Arbeitsplatz, 1,5 Prozent nutzen das Rad für einen Streckenabschnitt. Weitere 31 Prozent könnten sich die Fahrt mit dem Rad zumindest für einen Streckenteil vorstellen. Ihre Kriterien sind unter anderem gute und sichere Radwege, sichere Abstellmöglichkeiten, Duschen und Umkleiden am Arbeitsplatz und dass sie ihr Rad in Bus und Bahn mitnehmen können.

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