Im Wald zwischen Hildrizhausen und Herrenberg soll ein neuer, 53 Meter hoher Handymast entstehen. Foto: picture alliance/dpa

Ein 53 Meter hoher Mobilfunkmast soll zwischen Hildrizhausen und Herrenberg entstehen. Warum der Gemeinderat zustimmte und welche Auswirkungen das Projekt hat.

Einstimmig fiel in der jüngsten Sitzung des Hildrizhausener Gemeinderats die Entscheidung darüber aus, ob an der Landesstraße zwischen Hildrizhausen und Herrenberg im Auftrag des Netzbetreibers Vodafone ein neuer Mobilfunkmast gebaut werden soll. Alle anwesenden Ratsmitglieder stimmten für den Neubau. Der Gemeinde entstünden durch einen solchen Bau keine Kosten, sagt Hauptamtsleiter Julian Jassmann.

 

Der neue Funkmast soll auf einem Flurstück nördlich der Herrenberger Straße liegen. Es erstreckt sich etwa von der Abzweigung Richtung Rohrau – am Sportplatz – bis zum Schönbuchturm. Ganz genau entsteht der Stahlgittermast auf der Hälfte des Weges zwischen dem Naturfreundehaus und der Sportanlage des TSV Hildrizhausen. Die nächste Wohnbebauung sei drei Kilometer entfernt. Von daher seien gesundheitliche Beeinträchtigungen durch den Neubau auszuschließen, heißt es in der Sitzungsvorlage.

150 Quadratmeter Wald werden gefällt

Die sogenannte Funksende- und Empfangsanlage soll etwas mehr als 53 Meter hoch werden. Wie die Gemeinde mitteilt, soll die von privaten Netzbetreibern genutzt werden, um die Netzabdeckung zu verbessern.

Damit der Funkturm im Wald zwischen Hildrizhausen und Herrenberg Platz findet, müssen Bäume gefällt werden. Dabei geht es sowohl um dauerhaften Wegfall von Waldfläche, als auch um vorübergehenden Verlust – beispielsweise da, wo die Materialien und Geräte zur Baustelleneinrichtung gelagert werden müssen. Insgesamt, heißt es von der Gemeinde, werden rund 150 Quadratmeter Wald an dieser Stelle verschwinden. Die höhere Forstbehörde schätze, dass die verlorene Waldfläche durch Ersatzaufforstung an anderer Stelle ausgeglichen werden könne. Außerdem versuche man, die Eingriffe in den Wald so klein wie möglich zu halten. Von den anwesenden Gemeinderatsmitgliedern gab es keinen Widerspruch zu der Waldabholzung.

Gemeindliches Einvernehmen erteilt

Was die Beeinträchtigung des Landschaftsbilds angeht, seien keine großen Auswirkungen zu erwarten, ist sich die Gemeinde sicher. Immerhin sei der Handymast von hohen Baumkronen umgeben, die einen natürlichen Sichtschutz bieten würden. Die Gemeinde weist darauf hin, dass der Neubau von Funkmasten als privilegierte Vorhaben gelten. Das gemeindliche Einvernehmen ist jetzt zwar erteilt. Bevor der Bau beginnt, hat das Landratsamt noch die Chance, die Einhaltung der Bauordnung sowie naturschutzrechtliche Belange zu prüfen.