Dass das Geländer des Vesperbrückles schon wieder so mitgenommen aussieht, das ärgert den Heumadener Rolf Eberhardt. Er will, das sich der Besitzer darum kümmert. Foto: Sägesser

Nur wenige kennen das Vesperbrückle so gut wie Rolf Eberhardt aus Heumaden. Doch jedes Mal wenn er den Holzsteg überquert, ärgert er sich. Er sagt, ihr Besitzer lasse die Brücke verkommen. Und das prangert er an.

Filder - Ums „Vesperbrückle“ kümmert sich keiner. Erst vor vier Jahren saniert, weist das Holzgeländer schon wieder anfängliche Zersetzungserscheinungen auf. „Die Vergrauung ist der erste Ansatz von Fäulnis“, sagt Rolf Eberhardt und fasst auf eine besonders dunkle Stelle. „Hier wird es sogar schon schwarz.“

Wenn jemand die Brücke kennt, dann Rolf Eberhardt. Jeden Sonntag joggt er auf seiner 8,5-Kilometer-Runde über den Holzsteg an der Mittleren Filderstraße gen Degerloch. Er ist hier schon gelaufen, da gab es die Brücke noch gar nicht. Da ging es flott über die Landesstraße. Das Vesperbrückle macht die Querung bequem. Doch in letzter Zeit ärgert sich der Jogger aus Heumaden meistens, wenn er an den Steg kommt. „In fünf Jahren sind hier wieder Riesenlöcher drin, die Stadt sollte Werte erhalten“, sagt er.

Das Land ist seit 2011 allein zuständig

Die Stadt aber hat mit der Brücke nicht mehr viel zu tun. Bis Februar 2011 hat das Tiefbauamt zwar die Kontrollen für den Besitzer, das Land, durchgeführt, inzwischen ist das Land alleine zuständig. Die Stadt kann das nicht mehr leisten, hat die Fürsorge abgegeben. „Wir sind an unsere Grenzen gekommen“, sagt Rainer Kästel vom Tiefbauamt.

Wer sich fürs Vesperbrückle zuständig fühlt, war schon einmal die Frage. Nämlich damals, als es um eine Sanierung ging, als sich ein Sillenbucher Bezirksbeirat über den jämmerlichen Zustand der Querungshilfe beschwerte. Das Land ersetzte damals den morschen Handlauf, ließ das restliche Geländer abschleifen und streichen. Kostenpunkt: 40 000 Euro. Essigessenz sollte dem hölzernen Handlauf ein langes Leben garantieren. 50 Jahre ohne Verrottung, so lautete das vollmundige Versprechen.

Reichen nicht alle drei Jahre Leinölfirnis?

Rolf Eberhardt hat da so seine Zweifel, wenn er sich vier Jahre später auf der Brücke umschaut. Alle drei Jahre Leinölfirnis, mehr braucht es nicht, er murmelt vor sich hin. „Wenn die Brücke in fünf Jahren wieder völlig kaputt ist, kostet das mehr als fünf Liter Leinölfirnis. Ein Mann hat das in einem Tag geschafft.“ Was einem gehört, pflegt man doch. So wie er es daheim mit seinen Fensterrahmen tut.

Aus Sicht des Besitzers, also des Landes, gibt es am Vesperbrückle nichts zu beanstanden. So teilt es Nadine Hilber, eine Sprecherin des Regierungspräsidiums (RP) Stuttgart mit. „Die letzte Bauwerksprüfung wurde im Mai 2012 durchgeführt und erbrachte die BW-Note 2,2“, sagt sie. „Die Note ist bestens, daher steht hier in nächster Zeit nichts an.“

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