Mittelaltermarkt in Esslingen Deutlich weniger Besucher als im Vorjahr

Von Kai Holoch 

So richtig eng ist es auf dem Markt in diesem Jahr nur selten geworden. Foto: Ines Rudel
So richtig eng ist es auf dem Markt in diesem Jahr nur selten geworden. Foto: Ines Rudel

Die Bilanz des Mittelalter- und Weihnachtsmarkts fällt dieses Mal ziemlich durchwachsen aus. Dafür gibt es wohl mehrere Gründe.

Esslingen - Die Besucher, die in diesem Jahr auf den Esslinger Mittelalter- und Weihnachtsmarkt gepilgert sind, haben – mit Ausnahme weniger Samstage – viel Platz gehabt, um sich an den Ständen über das Angebotene zu informieren oder in Ruhe ihren Glühwein zu schlürfen. Denn 2017 sind deutlich weniger Menschen ins mittelalterliche Esslingen gepilgert, um sich in vorweihnachtliche Stimmung bringen zu lassen, als in den Jahren zuvor.

Rund eine Million Besucher seien dabei gewesen, heißt es in der offiziellen Pressemitteilung der Stadt. Der Chef der Stadtmarketing und Tourismus Gesellschaft (EST), Michael Metzler, räumt aber offen ein, dass diese geschätzte Zahl vermutlich etwas zu hoch gegriffen sei. Offizielle Zählungen hat es ohnehin noch nie in Esslingen gegeben. Zum einen führt Metzler das instabile und häufig nasskalte Wetter an, das offenbar viele Menschen vom abendlichen Ausflug abgehalten habe. Zum anderen ist der Markt in diesem Jahr nur 25 Tage lang geöffnet gewesen, weil der vierte Advent mit dem Heiligen Abend zusammenfällt.

An einer Mittelaltermüdigkeit soll es nicht liegen

Dass die zurückgehende Resonanz etwas damit zu tun haben könnte, dass sich der Markt in den vergangenen Jahren nicht wesentlich verändert habe und die Menschen ein wenig mittelaltermüde sein könnten, glauben Michael Metzler und die Marktchefin Petra Pfeiffer nicht. Umfragen zur Kundenzufriedenheit zeigten, dass die Mischung aus attraktivem Kulturprogramm und Mittelalterflair bei 95 Prozent der Gäste Zufriedenheit oder sogar große Zufriedenheit auslöse. Rund 80 Prozent der Besucher seinen Stammgäste. Darüber hinaus arbeite man ständig an der Qualität des Angebots und des Marktes insgesamt. So liege die Quote der Gastrobetriebe bei gerade einmal rund 20 Prozent. Das, was dort angeboten werde, reiche von veganer Kost über Vegetarisches bis zu hochwertigen Fleischprodukten, geliefert oft von lokalen Metzgereien.

„Wir haben die Veranstaltung auch in diesem Jahr über die Kriterien Erlebniswert, Kulturprogramm, altersgerechte, interaktive Angebote und Stadtinszenierung positioniert und damit ein außergewöhnliches Gesamterlebnis geschaffen, das die Stadt Esslingen mit ihrem historischen Erbe national und international bekannt macht“, resümiert Metzler. Vor allem der Zuwachs von Gästen aus den asiatischen Ländern sei erfreulich. Aber auch viele Amerikaner und Schweizer hätten den Weg nach Esslingen gefunden. Verglichen mit dem Vorjahr hätten aber weniger Busse Esslingen angesteuert.

Positives Fazit aus Sicht der Sicherheit

Rundum positiv fällt die Bilanz im Hinblick auf die Sicherheit aus. Mit Ausnahme einer defekten Gasflasche, die am Samstag vor dem dritten Advent für einen kleinen Feuerwehreinsatz gesorgt hat, dem Schneefall am zweiten Advent und einigen kritischen Sturmböen habe es keine Probleme gegeben. Die verlängerte Öffnungszeit – von Donnerstag bis Samstag hatten die Stände bis 21.30 Uhr geöffnet – habe nur zu wenigen Anwohnerklagen geführt.

Sogar die Deutsche Bahn habe auf heftiges Drängen der Stadt hin gerade noch rechtzeitig vor dem ersten Ansturm auf den Markt den baulich bedingten Engpass in der Bahnhofsunterführung beseitigt. Noch bis Freitag um 18 Uhr ist der Mittelalter- und Weihnachtsmarkt geöffnet. Im kommenden Jahr geht es dann am Dienstag, 27. November, wieder los.

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