Mit Schnupfen in die Kita? Das Thema beschäftigt nun auch die Landespolitik. Foto: stock.adobe.com/Robert Kneschke

Das Thema bewegt seit Wochen Eltern, Erzieher und Kita-Träger: Wie soll man umgehen mit einfachen Erkältungssymptomen im Kita-Alltag? Nun hat die Landespolitik das Thema erkannt.

Stuttgart - Das Thema, wie mit herkömmlichen Erkältungssymptomen in Kindertagesstätten und Schulen umgegangen werden soll, hat die Landespolitik erreicht: Das Gesundheitsministerium plant in Abstimmung mit dem Kultusministerium für kommende Woche ein Fachgespräch dazu. „Dabei wird die Thematik unter Beteiligung von Fachleuten aus pädagogischer und gesundheitspolitischer Perspektive erörtert werden“, sagte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums unserer Zeitung.

Anfang der Woche hatte Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) in einem Brief an Gesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne) eine solche Expertenanhörung gefordert. Auf Grundlage der Anhörung müssten möglichst bald Empfehlungen für Kindertagesstätten und Schulen erarbeitet werden, heißt es in dem Schreiben, das unserer Zeitung vorliegt. Dabei gehe es nicht um den Umgang mit Covid-19-Fällen, für die das Landesgesundheitsamt (LGA) bereits Empfehlungen an die Einrichtungen herausgegeben hat. Es gehe um die Frage, „wie sich die Schulen, Kindertageseinrichtungen und auch Eltern künftig verhalten sollen, wenn bei Kindern herkömmliche Krankheits- und Grippesymptome unterschiedlicher Art vorliegen“. Rückmeldungen zeigten, dass bei den Betroffenen die Unsicherheit groß sei.

Tatsächlich hatte es in den vergangenen Wochen viel Kritik von Eltern- und Einrichtungsvertretern an dem Regelungschaos gegeben, das derzeit herrsche. So gehen Kitas zum Beispiel unterschiedlich mit dem Thema Schnupfen um, der laut LGA kein Corona-Symptom ist. Während manche Einrichtungen Kinder, die eine Rotznase und keine anderen Symptome haben, betreuen, lassen andere solche Kinder nicht ins Haus, bis sie symptomfrei sind.

Der Landesverband der Kinder- und Jugendärzte hatte deshalb vor einer nicht zu bewältigenden Patientenflut spätestens ab Herbst in den Praxen gewarnt.

Wie konkrete Regelungen aussehen könnten, zeigen Beispiele aus anderen Bundesländern. So hat etwa das Landesgesundheitsamt Schleswig-Holstein Empfehlungen herausgegeben, wie mit einem Schnupfen umzugehen sei. Darin heißt es: Habe ein Kind eine laufende Nase, solle es 48 Stunden zur Beobachtung zuhause bleiben. Kämen keine weiteren Symptome dazu, könne es wieder in die Betreuung – ohne dafür ein Attest zu benötigen.

Auch der Senat Berlin hat auf Drängen von Eltern, Erziehern und Trägern mittlerweile Handlungsempfehlungen gegeben. Habe ein Kind Husten oder Schnupfen ohne Fieber, bestehe kein Anlass, das Kind nicht in die Betreuung aufzunehmen, heißt es darin.

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