Duschwasser statt Leitungswasser: clever bewässern mit Grauwasser. Foto: Shutterstock/Iryna Yung

Trockenzeiten und steigende Wasserpreise stellen viele Gärtner vor Herausforderungen. Wie man gebrauchtes Wasser im Garten nachhaltig und sicher einsetzen kann erfährt man hier.

In den warmen Sommermonaten wird die Trockenheit im Garten deutlich spürbar. Durch die längeren Trockenperioden wird die Erde im Garten hart und die Pflanzen leiden. Anstatt sauberes Leitungswasser zu verschwenden, lohnt sich ein Blick auf das Abwasser, das beim Duschen, Baden oder Wäschewaschen entsteht. Dieses Wasser wird hierbei nur leicht verschmutzt und lässt sich danach einfach für den Garten weiterverwenden. Das sogenannte Grauwasser ist ein echter Geheimtipp für nachhaltiges Gärtnern.

Was ist Grauwasser?

Grauwasser ist leicht verschmutztes Abwasser aus dem Haushalt, wie zum Beispiel:

  • Dusch- und Badewasser, Wasser aus dem Waschbecken (etwa von Händen oder Gesicht), sofern es frei von stark verschmutzten oder chemischen Stoffen wie ölhaltigen Reinigern oder Zahnpasta ist.
  • Wasser aus der Waschmaschine (bei der Nutzung von milden, biologisch abbaubaren Waschmitteln ohne Weichspüler oder Bleichmittel) oder Kondenswasser aus dem Trockner.

Nicht geeignet als Grauwasser sind:

  • Wasser aus der Toilette (auch bekannt als Schwarzwasser).
  • Wasser vom Geschirrspülen, da Fett- und Essensreste, sowie Spülmittel stark belastet sind.

Vorteile der Grauwassernutzung im Garten

Die Verwendung von Grauwasser zum Gießen im Garten bringt einige Vorteile mit sich. Der offensichtlichste Vorteil: Man spart Wasser. Das ist nicht nur nachhaltig und ressourcenschonend, sondern spart auch einiges an Geld. Im Schnitt verbraucht ein Mensch rund 128 Liter Wasser pro Tag. Um die Umwelt zu schonen und die Wasserkosten zu verringern, bietet sich die Nutzung von Grauwasser zur Gartenbewässerung optimal an.

Risiken und Herausforderungen

Doch die Grauwassernutzung birgt auch Risiken: Keime, Bakterien und Rückstände von Waschmitteln und Seife können die Pflanzen und den Boden belasten. Aus diesem Grund bietet sich die Grauwassernutzung vor allem für Rasen, Zierpflanzen, Büsche und Bäume, jedoch nie für Nutzpflanzen wie Obst und Gemüse an. Ebenfalls könnten Salz- und Tensid-Rückstände die Bodenstruktur schädigen, indem sie zu einer Versalzung des Bodens führen. Deshalb gilt: Grauwasser am besten sofort verwenden und nicht lange aufbewahren, um unangenehme Geruchsbildungen zu vermeiden, keine aggressiven Waschmittel verwenden, sondern auf biologisch abbaubare, milde Mittel achten und das Grauwasser am besten nicht bei Nutzpflanzen einsetzen.

Wie kann man Grauwasser im Garten nutzen?

Um das Grauwasser für den Garten nutzen zu können, muss man es zunächst aufbereiten. Das kann man selbst tun, indem man eine Grünkläranlage im Garten installiert, oder aber man lässt sich eine Grauwasseraufbereitungsanlage installieren. Wer die Grünkläranlage selbst installieren möchte, findet hier eine kurze Anleitung:

 
  1. Zunächst braucht es ein Beet, das im Garten für die Kläranlage angelegt wird. Der Boden des Beets wird mit Kies aufgefüllt, und das Beet wird schließlich komplett mit Schilf bepflanzt.
  2. Neben dem Beet muss nun eine Sickergrube gegraben werden, in die das gereinigte Wasser später abfließen kann.
  3. Als letzter Schritt fehlt nur noch das Grauwasser. Dieses kann entweder mithilfe eines Eimers in das Beet geschüttet werden, oder man verlegt beispielsweise den Abfluss der Waschmaschine direkt ins Beet.
  4. Im Beet wird das Grauwasser nun durch den Kies und die Mikroorganismen, Bodenbestandteile und Pflanzenwurzeln geklärt. Sobald es sich in der Sickergrube sammelt, ist das Wasser bereit, um zum Gießen benutzt zu werden.
 

Wichtig: Der Bau einer funktionierenden Kläranlage ist in Deutschland genehmigungspflichtig.

Tipps für die sichere Anwendung

  • Keine giftigen Reinigungsmittel verwenden.
  • Auf Seifen- und Tensid-Rückstände achten.
  • Grauwasser möglichst sofort verwenden.
  • Boden regelmäßig prüfen (Salzansammlungen vermeiden).

Grauwasser bietet eine nachhaltige und ressourcensparende Möglichkeit, trotz der Trockenzeit im Garten an Wasser zu sparen. Wer auf die richtige Hygiene und die nötigen Genehmigungen achtet, kann seinen Garten bedenkenlos gießen.