Eine vollwertige Mahlzeit, wenn es schnell gehen soll: Das wollen Carmelo Cottitto und Felix Buhnar bieten. Mit ihrem Foodtruck „Plant Built Green Canteen“ verkaufen sie vegane Bowls in Weil der Stadt und Renningen.
Carmelo Cottitto schöpft Reis aus einem großen silbernen Topf in eine Schale aus Papier, hantiert dann mit einer Zange in kleinen Behältern voller Gemüse. Er und sein Kollege Felix Buhnar bedienen in ihrem grauen Foodtruck „Plant Built Green Canteen“ zwei Kundinnen. „Wir sind extra für euch hierhergefahren“, rufen die zwei Frauen ihnen zu. Carmelo und Felix servieren mittwochs am Carlo-Schmid-Platz vegane Bowls. Seit Mitte 2022 sind sie mit dem Wagen vor allem in Renningen unterwegs, seit Kurzem parken sie auch an dem Platz in Weil der Stadt.
Bei den sogenannten „Bowls“ handelt es sich um gesunde Gerichte, die seit ein paar Jahren im Trend liegen. Der Name stammt von dem englischen Wort für „Schüssel“. Denn um eine Bowl zuzubereiten, werden möglichst vielfältige Zutaten, besonders Obst und Gemüse, in eine Schüssel gefüllt und eine Soße darüber gegeben.
Eine gesunde Alternative zu Fast Food
Die Idee, einen eigenen Foodtruck für Bowls zu führen, kam den beiden 29-Jährigen während ihres Studiums. Sie lernten sich an der Universität Stuttgart-Vaihingen kennen, studierten dort Sport- und Bewegungswissenschaften. „Wenn man einen langen Tag in der Uni hatte, will man danach nicht lange in der Küche zu stehen“, erzählt Felix, der aus Warmbronn stammt. Allerdings sei es schwierig, sich irgendwo schnell eine gesunde Mahlzeit zu besorgen. „Da dachten wir, wir lösen unser eigenes Problem.“
2021 gründeten Felix und Carmelo während ihres Masterstudiums im Bereich Sportmanagement schließlich ihr eigenes Unternehmen. Mit ihrem Foodtruck „Plant Built Green Canteen“ wollen sie den Menschen eine schnelle und einfache Möglichkeit bieten, gesund zu essen – eine Alternative zum gängigen Fast Food. Gesund zu leben, ist den beiden sehr wichtig. Sie machen viel Sport und ernähren sich seit vier Jahren vegan. Auch ihre Bowls sind frei von tierischen Produkten und sie achten genau auf die Nährstoffe, wenn sie ihre Gerichte kreieren. „In einer Bowl ist alles abgedeckt, was man braucht“, erläutert Felix.
Alle Nährwerte in einer Schüssel
Ihre Gerichte haben fünf Bestandteile: Als Basis werden Reis oder Quinoa verwendet. Hülsenfrüchte wie Kichererbsen oder Edamame – japanische Sojabohnen – oder Tofu dienen als Proteinquelle. Die nötigen Vitamine kommen durch Gemüse in die Bowl. Das Ganze wird mit einer Soße wie Thai-Mango, Joghurt oder Rote Beete übergossen. Abschließend werden Nüsse als Fettlieferanten über die Bowl gestreut. Kunden können sich an dem Foodtruck eine Bowl zusammenstellen oder eine Variante aus dem Menü wählen.
Die ersten Bowls der beiden 29-Jährigen gingen am 22. Mai 2022 beim Maikäferfest in Fellbach über die Theke. „Es war ziemlich anstrengend“, erinnert sich Felix heute mit einem Lachen. „Wir haben uns gefragt, ob unser Essen bei den Leuten ankommt“, fügt Carmelo hinzu. „Aber unsere Erwartungen wurden deutlich übertroffen.“
Anschließend öffneten sie zunächst einmal wöchentlich die Klappe ihres Foodtrucks auf dem Wochenmarkt von Renningen, mittlerweile sind sie auch montags in der Stadt. Seit Februar parkt der Truck außerdem jeden Mittwoch in Weil der Stadt auf dem Carlo-Schmid-Platz.
Als veganer Foodtruck Fuß zu fassen, sei nicht schwer gewesen, vor allem in Renningen sei es von Anfang an gut gelaufen. In Weil der Stadt kommen dagegen bisher weniger Kunden. „Aber in den letzten drei bis vier Wochen sind es deutlich mehr geworden“, so Carmelo. Die Mehrheit ihrer Kunden sind keine Veganer. Alle Altersgruppen bestellen bei ihnen, wie die beiden erzählen. Auch ältere Leute seien sehr offen. „Viele waren aber auch erst einmal skeptisch“, erinnert sich Felix. „Aber meistens waren dann die größten Skeptiker total begeistert.“ Dass ihr veganer Foodtruck so gut ankommt, erklärt er sich so: „Wir wollen nicht missionarisch sein, sondern einfach leckeres Essen bieten.“ Carmelo ist überzeugt, dass auch ihre Verkaufsweise zum Erfolg beiträgt. Die beiden lachen und scherzen viel, während sie ihren Kunden helfen, ihre Bowl zusammenzustellen. „Wir sind eben coole Jungs“, sagt er verschmitzt.
Darum kommt der Foodtruck so gut an
Mittlerweile sind Carmelo und Felix komplett selbstständig. Sie werden auch für Events gebucht, von verkaufsoffenen Sonntagen bis hin zu privaten Geburtstagsfeiern. Auch wenn das Geschäft gut läuft, haben die beiden noch größere Zukunftspläne. „Wir wollen jeden Tag an einem anderen Verkaufsstandort sein“, schildert Carmelo. Auf lange Sicht träumen sie davon, eine Dachfirma zu schaffen, „ein Zentrum, in dem man sich ernähren und trainieren kann, um gesund zu leben“, so Felix. „Wir wollen es schaffen, dass die Leute mit unserer Hilfe gesünder werden und dabei auch das Tierleid mindern.“