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Der Stuttgarter Meteorologe Rudolf Blohm ist optimistisch, dass es doch noch Sommer wird.

Stuttgart - Der Meteorologe Rudolf Blohm vom Deutschen Wetterdienst Stuttgart ist optimistisch, dass es doch noch Sommer wird.

Herr Blohm, der Mai ist bislang ungewöhnlich kühl. Liegt das an der Aschewolke aus Island?

Der Vulkan kann definitiv nichts für das miese Wetter. Der Winter war auch schon so schneereich und dunkel. Da hatte Eyjafjallajökull noch keinen Mucks von sich gegeben. Solange er wie bisher nur Asche spuckt, hat das keinen Einfluss aufs Wetter. Etwas anderes wäre es, wenn er plötzlich große Mengen Schwefeldioxid in die Luft blasen würde. Das könnte unser Klima verändern.

Woran liegt es denn dann, dass es immer weiter regnet und einfach nicht wärmer wird?

Das ist eine statistische Schwankung - übrigens nichts Ungewöhnliches. Die Natur weicht immer mal wieder von den Normalwerten ab. Das passiert ganz zufällig. Wenn beim Mensch-ärgere-Dich-nicht-Spielen ein Kind einen Sechser nach dem anderen würfelt, liegt das in der Regel auch nicht am Geschick des Kindes oder am Würfel - sondern am Gesetz der Serie.

Heißt das, es regnet jetzt immer weiter?

Das glaube ich nicht. Es gibt zwar keine zuverlässige Möglichkeit, das Wetter langfristig vorherzusagen, aber statistisch gesehen pendelt sich die Natur über kurz oder lang im Normalzustand ein. Das heißt, wenn lange mieses Wetter war, muss es irgendwann wieder gut werden. In unseren Breiten macht der Sommer doch immer einen Schritt zurück, nachdem er zwei Schritte vorwärts gemacht hat. Sobald wir das Gefühl haben, jetzt können wir langsam die Gartenstühle rausstellen, machen uns das Aprilwetter, die Eisheiligen oder die Schafskälte einen Strich durch die Rechnung.

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