Es ist ein Ringen um den richtigen Weg der Aufarbeitung. Foto: Pascal Thiel

Soll die Aufarbeitung des Missbrauchsskandals ihren Namen verdienen, muss Detlev Zander eingebunden werden.

Korntal-Münchingen - Der neuerliche Anlauf zur Aufarbeitung entzweit die Gruppe um Detlev Zander. Dessen Netzwerk steht vor einem Scherbenhaufen- ob Zander nun zurücktritt oder nicht. Mancher, der den Mann, der die Vorfälle publik machte, kritisiert, ahnte, dass es so kommen würde, wenn die finanzielle Anerkennung des Leids winkt. Doch Häme ist fehl am Platz.

Tatsächlich treiben derzeit andere die Aufarbeitung voran. Die Brüdergemeinde und die zweite Opfergruppe haben Wissenschaftler engagiert, die Unterlagen sichten und Opfergespräche führen. Zanders Netzwerk hat sie nicht mitbeauftragt und hat sich deshalb ins Abseits manövriert. Es ist auf beiden Seiten ein Spiel mit und um die Macht. Das ist erbärmlich.

Just daran krankte der neuerliche Anlauf zur Aufarbeitung seit jeher, daran krankt er weiter. Zander auszuschließen, bedeutet, zig heikle Informationen wissentlich ungenutzt zu lassen. Es muss daher im Interesse aller sein, Zander einzubinden. Denn nur so wird die Aufarbeitung selbst für die Brüdergemeinde nicht zum Feigenblatt im Umgang mit einem unrühmlichen Kapitel ihrer Historie.

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