Alexander Probst (links) und Detlev Zander im Gespräch. Foto: privat

Geht es nach den ehemaligen Korntaler Heimkindern soll es nun Gespräche mit dem Bischof der württembergischen Landeskirche und dem Vertreter der Diakonie geben. Das ist das Ergebnis eines Krisentreffens der Betroffenen.„Wir verabschieden uns von dem Aufarbeitungsprojekt mit der Brüdergemeinde“, sagt Detlev Zander, „denn wir kommen so nicht weiter“.

Korntal-Münchingen - Im Missbrauchsskandal wollen sich die ehemaligen Heimkinder nun an den Bischof der Württembergischen Landeskirche, Frank Otfried July wenden. Das ist das Ergebnis eines Krisentreffens der Betroffenen.„Wir verabschieden uns von dem Aufarbeitungsprojekt mit der Brüdergemeinde, denn wir kommen so nicht weiter“, sagt Detlev Zander. „Die Entscheidungsträger der Landeskirche und der Diakonie Württemberg müssen mit an den Tisch.“ Die Diakonie Korntal ist Träger der Kinderheime. „Die Brüdergemeinde ist doch abhängig von der Landeskirche“, begründet Zander die Forderung mit Verweis auf Verträge der Korntaler mit der Landeskirche.

Zander hatte die Fälle von physischer und psychischer Gewalt in den Kinderheimen der evangelischen Brüdergemeinde in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts publik gemacht. Vertreter der Opfergruppierung „Netzwerk Betroffenenforum“ hatten sich am Wochenende getroffen, um das weitere Vorgehen zu beraten, nachdem die Beauftragung des von allen Betroffenen gewünschten Anwalts Ulrich Weber als Aufklärer am Widerstand der Brüdergemeinde gescheitert war. Weber klärt die Missbrauchsfälle bei den Regensburger Domspatzen auf. Zu dem Treffen war auch Alexander Probst gekommen, der den Domspatzen-Opfern eine Stimme gegeben hatte. „Wir waren bisher viel zu brav“, lautet das Fazit des Netzwerk-Sprechers Zander aus den Gesprächen mit Probst.

Die Korntaler Betroffenen halten an Weber fest und wollen nun dasselbe Aufarbeitungsmodell wie in Regensburg. Dort hat das Bistum den Aufklärer beauftragt.

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