Winfried Kretschmann würde sich auch mit Astrazeneca impfen lassen. (Archivbild) Foto: dpa/Sebastian Gollnow

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat in der ZDF-Sendung „Markus Lanz“ klargestellt, dass er sich auch mit dem Impfstoff von Astrazeneca impfen lassen würde.

Stuttgart - Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) würde sich nach eigenen Worten mit dem Impfstoff Astrazeneca impfen lassen. „Na klar, lasse ich mich damit impfen, weil ich glaube, wenn ich Covid bekomme, sind die Nebenwirkungen weit gravierender als ich die bei der Impfung überhaupt bekommen kann“, sagte der grüne Regierungschef in der ZDF-Sendung „Markus Lanz“, die am späten Dienstagabend ausgestrahlt werden sollte.

Derzeit sind Impfungen mit Astrazeneca wegen ungeklärter Fragen zu Nebenwirkungen ausgesetzt. Laut Bundesgesundheitsministerium wurden in Deutschland bis Dienstagabend insgesamt acht Fälle mit Thrombosen (Blutgerinnseln) in den Hirnvenen in zeitlichem Zusammenhang zur Impfung gemeldet. Die Zahl der Fälle ist demnach statistisch signifikant höher als in der Bevölkerung ohne Impfung.

Impfkampagne soll schneller vorangetrieben werden

Kretschmann sagte im ZDF weiter, er wünsche sich, dass die nun erneut verlangsamte Impfkampagne demnächst umso schneller vorangetrieben wird. Wenn mehr Impfstoff da sei und die Fragen bei Astrazeneca beantwortet seien, müsse man auch in Arztpraxen impfen und dort die Impfpriorisierung lockern. „Wir bleiben bei bestimmten Prinzipien, aber wir sollten sie etwas lockerer, flexibler und mutiger anwenden.“

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Doch die Deutschen täten sich schwer damit. „Wir Deutschen sind halt ein Volk, das ein bisschen zu Fundamentalismus neigt. Das ist einfach so.“ Das sei der lange Schatten von Immanuel Kant, dem Philosophen der Aufklärung im 18. Jahrhundert. „Der hat gesagt: Der Mensch ist ein Wesen, das nach Grundsätzen handeln kann.“ Das nähmen die Deutschen sehr ernst. Dagegen stünden die Angelsachsen, die etwa bei den Impfungen deutlich weiter sind als die Deutschen, unter dem Einfluss der „Utilitaristen“, die Regeln nach ihrem Nutzen beurteilen. „Die machen das natürlich pragmatischer. Das haben die sozusagen in ihren historischen Genen. So unterscheiden sich die Nationen halt etwas. Beides hat Vor- und Nachteile.“

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