Verkehrsminister Winfried Hermann will keine Erhöhung der VVS-Fahrpreise. Foto: dpa/Fabian Sommer

Der Landesverkehrsminister Winfried Hermann lehnt Fahrpreiserhöhungen im VVS ab. Im Interview begründet er seine Position – und macht der Stadt Stuttgart und den Landkreisen ein Angebot.

Stuttgart - Der Verkehrsminister Winfried Hermann
lehnt eine Fahrpreissteigerung im VVS ab. Und das Land wäre bereit, einen Teil der Einnahmeausfälle zu finanzieren. Das sagt er im folgenden Interview.

Herr Minister, zum 1. April wurde die Tarifzonenreform im VVS eingeführt und auf eine Fahrpreiserhöhung verzichtet. War diese Reform ein Erfolg?

Die Tarifzonenreform war seit Gründung des VVS die größte Vereinfachung und somit ein Meilenstein für die Verbesserung des Nahverkehrs in der Region Stuttgart. Das Land unterstützt diese Reform auch aus Gründen der Luftreinhaltung mit über 40 Millionen Euro. Die Ticketpreise haben sich durch die Reduktion auf fünf Ringe und nur eine Zone in Stuttgart im Schnitt deutlich gesenkt, so dass Stuttgart bei Monats- und Einzeltickets eine der günstigsten Großstädte ist. Dass dieses Angebot bei den Nutzerinnen und Nutzern ankommt, zeigt sich bereits in den ersten Daten. Bis August lag die Zunahme der Fahrgastzahlen bei rund fünf Prozent.

Was folgt für Sie daraus für 2020?

Der Kampf gegen den Klimawandel und für saubere Luft macht eine viel stärkere Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel notwendig. Wir wollen erreichen, dass mehr Leute umsteigen vom Auto in Busse und Bahnen. Mit Blick auf dieses Ziel passen Erhöhungen der Fahrpreise im öffentlichen Nahverkehr nicht in die Zeit. Für den VVS machen wir als Land ein gutes Angebot. Wir sind bereit, einen Teil der fehlenden Tarifeinnahmen zu übernehmen, und gehen davon aus, dass die Stadt Stuttgart und die Verbundlandkreise als Partner im VVS mitziehen werden, um eine Tariferhöhung zu vermeiden.

Wie viel wollen Sie zahlen?

Wir werden einen deutlich höheren Teil wie bei der Zonenreform übernehmen, so dass der Stuttgarter Gemeinderat und die Kreise einen überschaubaren Anteil des finanziellen Defizits stemmen müssen.

Gibt es weitere Unterstützung?

Wir unterstützen die S-Bahn-Offensive des Verbands Region Stuttgart großzügig. Die wieder eingeführte Förderung der Stadtbahnwagen kommt unmittelbar Stuttgart zugute. Und die Kreise profitieren von einer höheren ÖPNV-Förderung.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: