Vater von zwei kleinen Kindern: Finanzminister Danyal Bayaz Foto: Bernd Weißbrod/dpa

Sie möchten gerne Minister bleiben, aber nicht für den Landtag kandidieren: warum es in der Grünen-Fraktion ein Grummeln über Danyal Bayaz und Theresa Schopper gibt.

Ministerinnen und Minister werden im Wahlkampf eigentlich als besondere Zugpferde gebraucht. Doch von den sechs Ressortchefs der Grünen kandidieren im März 2026 gerade mal zwei für den Landtag: Petra Olschowski (Wissenschaft) und Thekla Walter (Umwelt). Zwei hören wie Winfried Kretschmann auf mit der Politik: Winfried Hermann (Verkehr) und Manfred Lucha (Soziales). Zwei weitere würden gerne weiter regieren.

 

Für Danyal Bayaz (42) ist es laut seinem Sprecher „eine große Ehre, Finanzminister zu sein“. Er könne sich „gut vorstellen, dieses Amt auch nach der Landtagswahl zu bekleiden“; aber erst komme das Votum der Wähler. Theresa Schopper (64) lässt auf ihre Erfolge als Kultusministerin verweisen und hinzufügen, sie hege „gegenwärtig keine Fluchtgedanken“. Ins Parlament wollen beide nicht. Aus der Grünen-Fraktion ist darüber ein gewisses Grummeln zu vernehmen. Die Mühen der Wahlkreisarbeit zu scheuen, aber gleichsam auf der Überholspur wieder ins Kabinett zu streben – das kommt nicht bei allen Abgeordneten gut an.

„Erziehung und Sorgearbeit teilen“

Bayaz zumindest erklärt seine Entscheidung. Als Vater von zwei kleinen Kindern sei die Familienzeit schon durch das Ministeramt knapp bemessen, erläutert sein Sprecher. „Gemeinsame Erziehung und geteilte Sorgearbeit für die Kinder“ seien für ihn und seine Frau Katharina Schulze, die Grünen-Fraktionschefin im bayerischen Landtag, „keine Floskeln, sondern bewusst gelebte Familienrealität“. Schopper saß schon viele Jahre im Münchner Parlament, ehe Kretschmann sie 2016 in seine Staatskanzlei holte. Da zieht es sie nicht auf die Abgeordnetenbank zurück. Beide aber versprechen vollen Einsatz im Wahlkampf: Bayaz will „permanent präsent“ sein, Schopper übernimmt „eine ganze Reihe von Terminen“.