Ein Klassiker im magischen Repertoire: die schwebende Jungfrau. Foto: Stefanie Schlecht

Eindrucksvolle Großillusionen und Mentalmagie: Der Magier Julius Frack war mit dem Herrenberger Zauberer Dani Steep als Moderator in der Stadthalle zu Gast.

Zum Auftakt der Schau setzt Julius Frack auf Überwältigung: Nicht nur, dass er und seine Bühnenpartnerin Laura unerwartet in einem transparenten Behältnis erscheinen. Er lässt sie auch noch geschwind auf zauberhafte Weise die Kleider wechseln und setzt einen Platztausch-Effekt drauf. „Gibt es bisher noch irgendwelche Fragen?“, fragt der charmante Magier dann das verblüffte Publikum.

 

Der Magier aus Stuttgart-Möhringen

Julius Frack kommt aus Stuttgart-Möhringen und wuchs in Las Palmas de Gran Canaria auf. Mit 21 Jahren wurde er schon Deutscher Meister der Zauberkunst und 2009 Weltmeister der Großillusion. Seine Auftritte führten ihn nach Las Vegas, Beijing, Hongkong, Paris, Rom und London.

Für die Show „Mind & Magic“ in Herrenberg hat er sich mit dem lokalen jungen Kollegen Dani Steep als Moderator zusammengetan: Er versteht sich auf Manipulation und Comedy und ermöglicht dem Team von Julius Frack Umbaupausen. Steep plaudert amüsant über das Wesen von Ablenkung, lässt diverse Getränke erscheinen und verwandelt einen Tischtennisball in ein Ei.

Das Publikum in der Stadthalle Herrenberg darf mitmachen

Bei seiner nächsten Großillusion mutet Julius Frack dem Haupt seiner Bühnenpartnerin Laura so einiges zu: Er durchbohrt es mit dem Schwert und scheint es sogar vom Hals abzutrennen. Aber das ist die unentwegt lächelnde Bühnenpartnerin offenbar gewohnt. Dann zeigt er ein über lange Jahre perfektioniertes Kunststück mit einem 50-Euro-Schein. Er verbrennt ihn und lässt ihn überraschend an einem fruchtigen Ort wieder erscheinen. Garniert ist das mit einer Erzählung über die Orangenplantage von Julius Fracks Großvater auf den Kanaren.

Die Besitzerin des 50-Euro-Scheins aus dem Publikum produziert auch eine Menge Stimmung, als sie jubelnd die Bühne überquert. Mitmachen dürfen die Zuschauer außerdem bei Dani Steeps Kunststück „Die Karten der Liebe“. Für dieses hat er Spielkarten auf den Plätzen hinterlegt, und das Publikum soll sie nach seinen Anweisungen tauschen, mischen und zerreißen. Doch der Abschlusseffekt will nicht ganz gelingen. Was soll’s: Auch Magier sind nur Menschen mit Schwächen.

Das Spiel mit der Künstlichen Intelligenz fehlt nicht

Julius Frack versteht sich neben Großillusion auf Mentalmagie, und demonstriert diese mit Hilfe eines Zeitungsausschnitts, den er nach Wünschen eines jungen Zuschauers zerschneidet. Dann errät er zum Erstaunen des Publikums ein Hauptwort, das sich der Junge gemerkt hat.

Auch die Magie geht mit der Zeit, und so lässt Julius Frack ein Karten-Kunststück von den Zuschauern nach Anweisungen von Siri durchführen, nachdem er sich selbst den Mund zugeklebt hat. Das ermöglicht zwar einen erstaunlichen Abschlusseffekt, doch kann Julius Frack nicht reagieren, als ein Zuschauer irrtümlich zu ihm auf die Bühne steigt. Inzwischen hat Frack eine ganze Show entwickelt, die mit KI spielt.

Weltmeisterliche Kunststücke

Steep beweist nun Kombinationsgabe mit einem Zauberwürfel, den er spielend löst und dessen Verdrehungen er mit Hilfe eines zweiten Exemplars unter einer Tüte vorhersagt, bevor Julius Frack mit dem Kunststück aufwartet, mit dem er einst bei der Weltmeisterschaft begeisterte: die schwebende Jungfrau, die er mit dem Körper durchdringt.

Effektvoll ist auch seine Großillusion mit einer Pauke, in der er Laura verschwinden lässt. Überraschend taucht sie hinter den Zuschauern wieder auf. Steep setzt das Publikum mit einem mathematischen Kunststück in Erstaunen, das sich auf zufällige Parameter wie das Datum des erstes Kusses eines Zuschauers stützt.

Unsichtbares Mädchen dank Nikola Tesla

Auch die jungen Besucher werden erneut eingebunden: In einer vom Erfinder Nikola Tesla inspirierten Apparatur lässt Julius Frack ein Mädchen unsichtbar werden. Zum Ausklang des Abends wird es romantisch, als Julius Frack zeigt, wie ein Paar einander Gedanken und Gefühle überträgt. Mit einem Entfesselungskunststück aus einer Zwangsjacke und einer Kiste, die zu explodieren droht, beendet dann Frack das kurzweilige, immer wieder verblüffende Programm. Julius Frack hat für dieses den Las-Vegas-Glamour und Dani Steep den Lokalkolorit beigesteuert.