Die Mineralwasserproduktion in Urbach ist vor anderthalb Jahren eingestellt worden. Foto: Stoppel

Vor anderthalb Jahren hat der Konzern die Mineralwasserproduktion am Standort Urbach eingestellt. Jetzt kündigt Coca-Cola an, eine Million Euro in die Niederlassung investieren zu wollen.

Urbach - Eineinhalb Jahre sind vergangen, seitdem die Coca-Cola European Partners Deutschland (CCEP DE) die Mineralwasserproduktion in Urbach eingestellt hat. Seitdem hat der Weltkonzern den Standort im Remstal nur noch für die Logistik und als Lager verwendet. Nun hat der Softdrinkhersteller trotzdem rund eine Million Euro in die Niederlassung Urbach investiert.

17 000 Quadratmeter Lagerfläche

„Wir sind sehr froh über diese Investition“, sagt die Urbacher Bürgermeisterin Martina Fehrlen. Das zeige, dass Coca-Cola den Standort nicht nur halten wolle, sondern ihn sogar noch stärke. In der ehemaligen Produktionshalle von Urbacher sind nun Lagerflächen mit 5800 neuen Palettenstellplätzen entstanden. Damit verfügt der Softdrink-Hersteller über eine Lagerkapazität von rund 17 000 Quadratmetern – ein Viertel mehr als zuvor, teilt der Konzert mit. „Die zusätzlichen Lagerflächen sind für Coca-Cola wichtige und dringend benötigte Lagerkapazitäten im Südwesten Deutschlands“, heißt es weiter.

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss- Gaststätten (NGG) sieht die Entwicklung in Urbach etwas vorsichtiger: „Wir wissen nicht, was aus dem Standort wird“, sagt Karin Brugger von der NGG. Die Gewerkschaft gehe davon aus, dass in diesem Jahr nichts passiere. Die Investitionen von Coca-Cola würden den Standort zwar sichern, „aber man weiß nicht, wie lange“, so Brugger. Das sei aber bei Konzernen normal. Immerhin habe die NGG bei der Schließung der Mineralwasserproduktion ausgehandelt, dass wenigstens die Werkstatt für Getränkeautomaten weiterhin in Urbach bleibe.

Coca-Cola hat in Urbach damit zwei Schwerpunkte: zum einen Lager und Logistik für den Südwesten Deutschlands, zum anderen ist dort die Wartung und Reparatur von Coca-Cola-Automaten aus der weiteren Umgebung angesiedelt. „Natürlich war es schmerzhaft, dass das Urbacher Mineralwasser inzwischen der Vergangenheit angehört“, sagt Martina Fehrlen. Die Bürgermeisterin sagt aber auch, sie sei froh über die 225 Arbeitsplätze, die der Konzern auch weiterhin in Urbach halte. Damit gehört das Unternehmen zu einem der größten Gewerbesteuerzahler und Arbeitgeber in der Gemeinde.

Die Büroräume sind vermietet

Die ehemaligen Büroräume der Mitarbeiter für die Mineralwasserproduktion, die nicht mehr gebraucht werden, vermietet Coca-Cola seit dem Ende der Abfüllung an einen weiteren großen Arbeitgeber im Ort: Die Firma Karl Dungs hat vor Kurzem einen Mietvertrag über fünf Jahre unterschrieben. Der Grund: „Wir beginnen in diesem Jahr auf unserem Gelände mit einem Neubau und reißen alte Gebäude ab“, sagt dazu der Unternehmer Karl Dungs. Er möchte an dieser Stelle die Softwareentwicklung im Unternehmen noch weiter ausbauen.

Sein Ziel sei, seine Produkte digital zu vernetzen und den Bereich Künstliche Intelligenz zu integrieren. Dungs produziert mit 450 Mitarbeitern an seinem Stammsitz in Urbach und mit weltweit inzwischen mehr als 650 Mitarbeitern verschiedene Komponenten und Systeme der Gas-, Sicherheits- und Regeltechnik.

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