Die Stellplätze im Milaneo sind an den langen Einkaufsnächten ruckzuck weg. Foto: /Foto: LG/Max Kovalenko

Wie jedes Jahr bietet das Milaneo wieder lange Einkaufsnächte vor Weihnachten an. Und damit sind Verkehrsprobleme verbunden, für die bisher noch keine Lösung in Sicht ist.

Stuttgart-Nord - Bezirksbeirat Jürgen Klaffke (Die FrAKTION) fordert, dass es in diesem Jahr in der Vorweihnachtszeit nicht mehr so weit kommen darf, wie in der Vergangenheit: In den Vorjahren klagten die Anwohner im Stadtbezirk Nord über massive Störungen durch das Mitternachtsshopping beim Einkaufszentrum Milaneo an der Wolframstraße. Die Beschwerden richteten sich gegen Behinderungen durch auf Gehwegen geparkte Autos, Radau durch Autofahrer, die sich um freie Parklücken streiten, röhrende Motoren und grölende Kunden auch nach Mitternacht. In diesem Jahr kann im Milaneo erstmals am 26. Oktober sowie am 7., 14. und 21. Dezember bis Mitternacht eingekauft werden. „Das Centermanagement ist in der Pflicht, ein Konzept zu entwickeln, damit die Anwohner nicht belästigt werden“, sagte Klaffke. Per Antrag fordert seine Fraktion, die Centermanagerin Andrea Poul in eine Sitzung des Bezirksbeirats einzuladen, um ein Parkkonzept für die Einkaufsnächte vorzulegen.

Centermanagement ist nicht für die Verkehrsprobleme zuständig

Bezirksvorsteherin Sabine Mezger stellte fest, dass es nicht die Sache des Milaneo, sondern der Verkehrsüberwachung ist, für Ordnung auf den Straßen zu sorgen. Timo Haug (CDU) schlägt vor, den Antrag umzuformulieren und beim Ordnungsamt anzufragen, wie das Problem in den Griff zu bekommen ist. „Ich kann’s mir nicht verkneifen, darauf hinzuweisen, dass einige Fraktionen im Gemeinderat für weniger Parkplätze im Milaneo-Parkhaus waren“, stellt Angelika Barwasser (FDP) fest. Dort sind rund 1700 Parkplätze verfügbar. Die FDP-Politikerin hält es ebenfalls nicht für Aufgabe des Centermanagements, Abhilfe zu schaffen. Ralph Wöhrle (Grüne) nannte das Weißenhofturnier als Beispiel dafür, dass sich durch Straßensperrungen und Kontrollen die Belästigung durch den Besucherverkehr reduzieren lässt. Kritisiert wurde von den Beiräten, dass auch während der Einkaufsnächte nur bis 18 Uhr kontrolliert werde. Die städtische Verkehrsüberwachung stellt fest, dass während der Einkaufsnächte die Verkehrsüberwachung rund ums Milaneo „intensiviert“ wird. „Wie viel mehr Mitarbeiter eingesetzt werden, hängt von der aktuellen Personalsituation ab“, sagt Sachgebietsleiter Thomas Grab. Dass die Dienste nach 18 Uhr „nicht im gleichen Umfang stattfinden“ wie am Tag und lediglich bis 22 Uhr dauern räumte er ein. Bislang wurden Anwohnerstraßen, die in die Wolframstraße münden, mit Halbschranken gesperrt. Das ist auch diesmal geplant. „Das Material dafür liegt bereit und wird von der Polizei oder der Verkehrsüberwachung nach Bedarf aufgestellt“, versichert Grabs Kollegin Gisa Gaietto. Dass Autofahrer sich durch Halbschranken nicht abhalten lassen, weiß Ralf Perrey aus Erfahrung. Der kommissarischer Leiter des Polizeireviers Wolframstraße: „Da fahren die Autos einfach dran vorbei.“ Seine Leute greifen erst ein, „wenn das Verkehrschaos so groß ist, dass nichts mehr geht“. Falschparker abzuschleppen, hält er für „fast unmöglich“, weil sich das Chaos durch die Abschleppwagen nur noch steigern würde.

Verkehrskontrollen nur bis 22 Uhr

In der kommenden Sitzung des Beirats soll sich Perrey zur Situation äußern. Er sagte dieser Zeitung aber schon jetzt, dass dafür nicht die Polizei, sondern die städtische Straßenverkehrsbehörde der richtige Ansprechpartner ist. Centermanagerin Andrea Poul erklärte, dass sie zu einem Besuch im Bezirksbeirat oder einem Gespräch mit Bezirksvorsteherin Mezger gern bereit ist. „Ich habe zwar keine Patentlösung, verstehe aber die Verärgerung der Anwohner. „Im Gespräch finden sich eventuell Lösungen, auf die man sonst nicht kommen würde.“ Im kommenden Jahr will Poul eventuell die Langen Nächte auf 23 Uhr begrenzen. In diesem Jahr sei die Werbung fürs Mitternachtsshoppen bereits angelaufen. Jürgen Klaffke zog den Antrag der FrAKTION vorerst zurück.

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