Mietbetrüger hinterlassen Wohnungen meist nicht im besten Zustand. Besonders für private Mieter kann das zu einer finanziellen Belastung werden. Foto: dpa

Mietnomaden mieten, aber zahlen nicht und werden gerade für private Vermieter zum Problem.

Berlin - „Mietnomaden sind Betrüger, die eine Wohnung anmieten und von vornherein beabsichtigen, nicht zu zahlen”, erklärt Ulrich Ropertz, Sprecher des Deutschen Mieterbundes in Berlin. Das ist vor allem für Vermieter ein großes Problem. Allerdings sind diese Wohnungsbetrüger kein Massenphänomen. „Es gibt vielleicht 1000 bis 2000 Fälle im Jahr bei etwa 22 Millionen Mietverhältnissen in Deutschland”, beruhigt Ropertz.

Etwas anders sieht das der Eigentümerverband Haus & Grund in Berlin. „Wir sehen, dass das Thema Mietnomaden eine signifikante Rolle spielt”, sagt Generalsekretär Andreas Stücke. Der Verband geht in Deutschland hochgerechnet von bis zu 15 000 Mietnomaden aus, die auf dem Wohnungsmarkt auffällig werden. Forscher der Universität Bielefeld haben in einer Online-Befragung unter Vermietern wiederum nur 400 Fälle über mehrere Jahre dokumentiert. Noch dazu wurden nur rund 200 dieser Fälle in den vergangenen fünf Jahren registriert.

In einem sind sich jedoch die Experten einig: Betroffen sind von Mietnomaden vor allem eher gutgläubige, private Vermieter. „In der Wohnungswirtschaft kennt man die Problematik nicht”, sagt Ropertz. Es ist für Mietnomaden einfacher, bei kleinen Anbietern unterzuschlüpfen. Denn diese könnten sich keine Rechtsabteilung leisten, erklärt Stücke. Dabei stellen Mietnomaden gerade für sie ein gravierendes Problem dar. „Das kann an die Existenz gehen.” Denn einen Mietnomaden in der Wohnung zu haben, geht für den Vermieter meist mit einem Mietausfall einher, erklärt Jörn-Peter Jürgens vom Interessenverband Mieterschutz in Hannover. Zudem ist häufig auch ein Schaden in der Wohnung damit verbunden. „Der Schaden kann leicht in die Tausende gehen.” Und wer dann nur fünf Wohnungen besitzt, von denen er eine an einen Mietnomaden vergeben hat, kann die Mietausfälle nicht durch die anderen Mieter auffangen, sagt Stücke. Wer hingegen einen Mietnomaden in einer von insgesamt 5000 Wohnungen hat, ist nicht so leicht in seiner Existenz bedroht.

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