Michi Beck und Smudo kehren zu „The Voice of Germany“ zurück. Im Interview sprechen sie über Konkurrenz mit Shirin David, Neuerungen bei der Sendung und Zukunftspläne mit den Fantas.
Michi Beck und Smudo von den Fantastischen Vier gehören als Coaches in der Castingshow „The Voice of Germany“ schon zu den Urgesteinen. Nachdem sie einige Jahre in der Version mit Kindern mitgewirkt hatten, sind sie in der 15. Staffel wieder im Original-Format mit dabei.
Michi Beck und Smudo, Sie sind zurück in der Jury bei „The Voice of Germany“. Was gibt es Neues?
Smudo: Wir sind nie wirklich weg gewesen aus dem „The Voice“-Kosmos. Ein Jahr haben wir pausiert, aber dann haben wir vier Jahre lang „The Voice Kids“ gemacht. Jetzt sind wir zurück bei den Großen und es hat sich im Spielmodus einiges verändert. Was für die Zuschauer neu sein wird: Es gibt eine Comeback-Stage neben den vier Stühlen der Coaches. Der britische Sänger Calum Scott ist der Comeback-Coach und hat als solcher die Möglichkeit, Talenten, die bei uns durchgeflogen sind, eine zweite Chance zu geben, wenn er sie für gut genug hält.
Und die haben dann dieselbe Chance auf den Sieg wie die Talente in den Teams der Coaches?
Michi Beck: Am Ende könnte theoretisch auch das Team von Calum Scott gewinnen, aber das glauben wir natürlich nicht.
Smudo: Es ist aber auch aus unserer Sicht gut, dass manche Talente nicht sofort ausscheiden, sondern sich noch länger präsentieren dürfen.
Was ist für Sie der größte Unterschied zu der Kids-Version?
Smudo: Die Kinder haben ihr Leben noch vor sich, die gehen mit Niederlagen ganz anders um. Die schauen nach vorne und nehmen das Positive mit. Die scheuen sich auch nicht davor, dass da TV-Kameras sind und verstehen schon ganz genau, wie so eine Sendung abläuft. Bei der Erwachsenen-Version machen aber beispielsweise Leute mit, die schon auf eine adäquate Musikkarriere zurückblicken oder auch schon Schicksalsschläge in ihrer Biografie haben. Das spielt eine Rolle in der Musik.
Fällt es Ihnen nicht schwerer, Kindern eine Absage zu erteilen?
Michi Beck: Schön ist das nicht, aber Kinder kennen Wettbewerbe auch aus dem Sport. Sie wissen, dass am Ende einer oder eine gewinnt.
Smudo: Natürlich müssen Kinder geschützt werden, damit sie in so einer Sendung sicher sind mit ihren Gefühlen. Aber sich miteinander messen und eventuell scheitern im Rahmen von einem Musikwettbewerb – damit gehen Kinder stabiler um als Erwachsene.
Die Sendung lebt auch vom Wettstreit der Coaches untereinander. Wer ist der größte Konkurrent in dieser neuen Jury-Konstellation?
Michi Beck: In Shirin David haben wir unsere Endgegnerin gefunden. Sie ist mit allen Wassern gewaschen und hat es echt drauf. Für die Talente in ihrem Alter ist sie einfach die erste Wahl. Nico Santos genauso. Bei den älteren Semestern können Rea Garvey und wir dann eher punkten. Wir pflegen mit allen Coaches – auch in den vergangenen Jahren – immer einen freundschaftlichen Umgang und haben Respekt voreinander. Aber man muss schon sagen: Dieses Jahr wird mit härteren Bandagen gekämpft.
Smudo: Kameradschaft und Kampfgeist schließen sich nicht aus!
Sie haben doch viel mehr Erfahrung als eine Shirin David, können Sie damit bei den jungen Talenten nicht punkten?
Smudo: Shirin ist da, wo wir waren, sozusagen, und ist gerade der hotteste Shit. Deswegen möchten die Leute gerne zu ihr und schenken ihr das Vertrauen. Das verstehe ich schon. Allerdings ist beispielsweise eine gestandene Rockerin, auch wenn sie erst 16 Jahre alt ist, eher geneigt, zu Rea Garvey oder uns zu gehen. Aber es gab zum Beispiel eine junge Rapperin, die wir so mega fanden, doch sie himmelte Shirin geradezu an. Da hatten wir keine Chance. Wir haben aber auch einen Haufen Leute in unserem Team, die darauf vertrauen, dass wir Routiniers sie gut durch den Wettbewerb bringen.
Es ist nicht leicht, in der Musikbranche zu bestehen. Was wollen Sie Ihren Talenten mit auf den Weg geben?
Michi Beck: Wir haben den Leuten in all den Jahren noch nie falsche Hoffnungen gemacht. Es handelt sich um eine Show und ob sie gewinnen oder ausscheiden hat nichts damit zu tun, wie es mit ihren Karrieren weitergeht. Sie können die Erfahrungen, die sie hier machen, als Werkzeug benutzen. Es kann ein Baustein in ihrer Karriere sein. Wir versuchen ihnen eine gute Zeit zu bieten. Wenn sie wollen, können sie auf ein Netzwerk von anderen Musikern zurückgreifen. Manche wollen das aber auch gar nicht, die machen bei der Show mit und kehren anschließend wieder in ihr gewohntes Leben zurück.
Smudo: Was wir hier machen ist kein Gesangsworkshop, sondern es ist eine Fernsehsendung, die Aufmerksamkeit schenkt und der Startschuss für eine Karriere sein kann. Aber Musik ist ein weites Feld, in dem viele unterschiedliche Talente einen Platz finden. Wir wollen unsere Leute dort unterstützen, wo sie am besten sind und sich wohl fühlen.
Ist der „The Voice“-Kosmos nach all den Jahren ein zweites Standbein neben den Fantastischen Vier für Sie geworden?
Michi Beck: Es gehört für Smudo und mich tatsächlich zu unserem Leben dazu, es ist Teil unserer Karriere und ein zweites berufliches Zuhause geworden.
Ihr erstes berufliches Zuhause sind aber die Fantastischen Vier. In diesem Zusammenhang ist inzwischen immer mal von einer Abschiedstour die Rede gewesen. Was sehen Ihre Zukunftspläne aus?
Smudo: Uns beschäftigt schon länger die Frage, ob wir irgendwann zu alt für den Betrieb werden, verbunden mit unserem eigenen Anspruch, uns neu zu erfinden. Die Frage, wie lange wir das noch machen wollen, ist uns irgendwann zum Hals herausgekommen, denn woher sollen wir das eigentlich wissen? Aber jetzt sind wir schon Ende 50, es wird ein natürliches Ende haben.
Michi Beck: Als Band werden wir uns wohl nie auflösen, weil wir zu sehr Familie sind.
The Voice of Germany
Sendetermine
Staffel 15 von „The Voice of Germany“ startet am 25. September um 20.15 Uhr auf ProSieben. Neue Folgen kommen dann jeden Donnerstag auf ProSieben und jeden Freitag in SAT.1.
Weitere Infos
Zu den Coaches gehören neben Smudo und Michi Beck noch Rea Garvey, Nico Santos und Shirin David. Calum Scott ist der Coach der sogenannten Comeback Stage. Er kann ausgeschiedenen Talenten eine zweite Chance geben Wie schon in Staffel 10 kehren nun auch einige Talente zu „The Voice“ zurück. Sie standen schon in früheren Staffeln auf der Bühne und treten erneut bei den Blind Auditions an.