Michael Winslow in "Police Academy 2". Foto: imago images/Mary Evans

Lange war es ruhig um den Komiker und Geräuschimitator Michael Winslow, der in den 80er-Jahren in den "Police Academy"-Filmen Chaos verbreitete. Nun tauchte er mit seiner Kernkompetenz wieder im Fernsehen auf.

Viele Amerikaner, die in den 1980er-Jahren aufgewachsen sind, erlebten bei "America's Got Talent" gerade einen Flashback in ihre Kindheit. Bei der US-Variante von "Das Supertalent" stand plötzlich Michael Winslow (62) auf der Bühne. In den "Police Academy"-Filmen begeisterte Winslow ab 1984 als alle denkbaren Geräusche imitierender Sergeant Larvell Jones, der Schurken mit den Sounds von Maschinengewehren und Kung Fu-Filmen in die Flucht schlug.

In der Funktion als Geräuschimitator trat Winslow auch bei "America's Got Talent" auf. Der Komiker verband in seinem Stand-up die Geschichte, wie er zum "Mann der 10.000 Sound-Effekte" wurde mit Proben seines Könnens. So wuchs er auf einem Luftwaffenstützpunkt der Armee auf und machte dort schon als kleines Kind die Geräusche von Flugzeugen und anderen Geräten nach. Übers Radio, dessen Rauschen er gekonnt imitierte, kam er dann zur Musik, was sich auf der Bühne im Beatboxen niederschlug. Die Jury um Heidi Klum (48) war begeistert.

Trauriger Grund für Rückzug

In dem Einspieler vor seinem Auftritt erzählte Winslow den Grund für seinen Rückzug aus dem Filmgeschäft. Nachdem seine Frau starb, wollte er sich voll auf die Erziehung seiner Kinder konzentrieren.

Doch ganz weg war der Schauspieler nie. Nachdem er bis 1994 in allen acht "Police Academy"-Teilen mitspielte, war er auch 1997 in der kurzlebigen TV-Serie zur Kultfilmreihe dabei. In den letzten Jahren war Winslow neben Kurzauftritten in Filmen und Serien auch für Computerspiele aktiv, lieh ihnen Stimme und Geräusche.

Deutsche Fans kennen Winslow auch aus den beiden "Zärtliche Chaoten"-Filmen Ende der Achtziger. Dort spielte er an der Seite von Thomas Gottschalk (71) und Helmut Fischer (1926-1997).