Für mehr Gerechtigkeit: Basketball-Legende Michael Jordan engagiert für sein eigenes Rennteam den schwarzen Fahrer Bubba Wallace. Foto: AP/Gerry Broome

Michael Jordan steigt in die NASCAR-Szene ein. Die Basketball-Legende will damit die von Weißen dominierte Rennserie für Schwarze zugänglicher machen.

Los Angeles/Köln - Michael Jordans nächste Station im Kampf gegen den Rassismus liegt an der Rennstrecke. Umgeben von schnellen Autos und Motorengeheul will die Basketball-Legende mit der Gründung eines eigenen NASCAR-Teams den nächsten Schritt auf dem Weg zu mehr sozialer Gerechtigkeit in den USA machen. Erste Amtshandlung: Die Verpflichtung von Bubba Wallace, dem einzigen schwarzen Fahrer im Feld.

„Ich sehe es als eine Chance, ein neues Publikum zu erreichen und mehr Möglichkeiten für Schwarze im Rennsport zu eröffnen“, schrieb „Air“ Jordan in einem Statement. Zusammen mit NASCAR-Fahrer Denny Hamlin als Anteilseigner wird der sechsmalige NBA-Sieger diese Mission angehen. Einen Namen hat das neue Team aber noch nicht.

Es ist nicht die erste Aktion Jordans, mit der der wohl beste Basketballer der Geschichte dem „verwurzelten Rassismus“ in den USA den Kampf ansagt. Anfang Juni kündigte er eine Spende in Höhe von insgesamt 100 Millionen US-Dollar an, die über zehn Jahre an verschiedene Menschenrechtsgruppen verteilt werden soll.

Jordan ist auch Eigentümer eines NBA-Teams

Auch die vor allem in der weißen Mittelschicht beliebte Rennserie NASCAR habe seit jeher „mit der Vielfalt zu kämpfen, es gab nur wenige schwarze Besitzer“, schrieb Jordan, der auch Eigentümer des NBA-Teams Charlotte Hornets ist und schon während seiner Kindheit in North Carolina mit Eltern und Geschwistern NASCAR-Rennen besuchte: „Das Timing schien jetzt perfekt zu sein, da die Serie sich weiterentwickelt und den sozialen Wandel mehr und mehr annimmt.“

Denn die „Black-Lives-Matter“-Bewegung, die seit dem gewaltsamen Tod des Schwarzen George Floyd an Bedeutung gewonnen hat, ging auch dank Wallace nicht an der NASCAR-Serie spurlos vorbei. Der 26-Jährige setzt sich selbst immer wieder vehement für die Rechte von Schwarzen ein und sorgte dafür, dass die umstrittene Konföderierten-Flagge, die als Symbol für Sklaverei und Rassismus gilt, bei Rennen verboten wurde.

Zeichen gegen Rassismus

Wallace selbst hatte darüber hinaus vor einem Rennen im Juni selbst einen Schreckmoment erlebt. Nach dem Fund eines Seils in Form einer Schlinge in seiner Box war die NASCAR zunächst von einer rassistisch motivierten Tat ausgegangen. Aus Solidarität hatte sich das komplette Fahrerlager vor dem Rennen hinter dem Wallace-Auto versammelt und ein Zeichen gegen Rassismus gesetzt.

Wallace hatte daraufhin auf einem „offeneres Umfeld“ gehofft – zusammen mit Jordan will er dies nun möglich machen. 

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