Dieses Foto mit Mia Grauke (Mitte) stammt aus der entschärften Variante des Kalenders. Foto: Max Seam / Liqui Moly

Zu sexy für manche Länder: Der Ölhersteller Liqui Moly wirbt mit einem Kalender, für den sich auch Mia Grauke aus Esslingen ausgezogen hat.

Ulm/Esslingen - Bis vor fünf Jahren setzte Liqui Moli, der Ulmer Hersteller von Motorenölen und Schmiermitteln, in seiner Werbung noch auf den Standort Deutschland. Der Geschäftsführende Gesellschafter Ernst Prost appelierte an die Fernsehzuschauer, seine Öle Made in Germany zu kaufen, um den Standort Deutschland zu sichern. Der Spot ist inzwischen Geschichte, eine andere Werbestrategie des Ölherstellers scheint langfristig besser aufzugehen: Seit 2006 wirbt Liqui Moly auf schlüpfrige Weise für seine Schmiermittel und Öle: mit einem Erotikkalender. Frauenkörper – wenn überhaupt, nur notdürftig bekleidet – räkeln sich auf den Kalenderseiten für das Jahr 2017 zwischen Pipelines, in Lagertanks und vor Ölflaschen.

Warum Mia Gray jetzt Mia Grauke heißt

Sex sells – in der Autoindustrie geht diese Rechnung offenbar noch immer auf. „Dieser Geschäftsbereich ist eben eine sehr männergeprägte Domäne“, erklärt der Liqui-Moly-Pressesprecher Peter Szarafinski. Laut einer Mitteilung des Unternehmens soll der Kalender zeigen, „dass selbst ein 10W-40-Motorenöl sinnlich sein kann“. Vor einigen Jahren, so der Sprecher, habe man mit dem Kalender, der in einer Auflage von mehr als 100 000 Exemplaren gedruckt wird, testweise einmal ausgesetzt. „Die Reaktionen waren eindeutig.“

Zu freizügig für manche Länder

Unter den Frauen, die im Namen des Schmiermittels die Hüllen fallen lassen, ist das Playmate und Fotomodel Mia Grauke, früher als Mia Gray bekannt. „Frau Grauke ist aber der einzige Local Hero in unserem Kalender. Die anderen 13 Models kamen großteils aus Osteuropa“, sagt Szarafinski.

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Der Kalender ist äußerst freizügig – und Liqui Moly ist ein international tätiges Unternehmen. Nicht in allen Ländern kommen nackte Brüste und eindeutige Posen gut an. Deswegen existieren von dem Kalender zwei Versionen: Für den Versand zum Beispiel in asiatische und skandinavische Länder, die mit dem Thema Sex sensibler umgehen, wurde eine etwas entschärfte Variante des Kalenders mit weniger expliziten Bildern gedruckt. „Für arabische Länder ist auch dieser Kalender zu anzüglich. Hier behelfen wir uns mit unserem Motorsportkalender, der nur nacktes Blech zeigt“, sagt Szarafinski.

Der Kalender für 2016 war in Südafrika fotografiert worden. Den Kalender für 2017 hat der Münchner Fotograf Max Seam in Deutschland fotografiert – genau genommen im Liqui-Moly-Hauptsitz in Ulm und im saarländischen Mineralölwerk in Saarlouis. Wie es beim Shooting zugegangen ist, kann man sich in einem Making-Of-Video ansehen:

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