Erst vor wenigen Tagen war Mexiko von einem schweren Erdbeben heimgesucht worden. Foto: AP

„Nicht schon wieder!“, denkt eine Frau, die aus einem Hotel in Mexiko-Stadt rennt. Das Beben vom Samstag ist eine Folge eines anderen vom 7. September, das mindestens 90 Menschen tötete.

Mexiko-Stadt - Ein starkes Nachbeben hat am Samstag Mexiko erschüttert, wo zwei noch stärkere Beben im September knapp 400 Menschen das Leben gekostet haben. Nach Angaben der US-Erdbebenwarte lag das Zentrum des Bebens der Stärke 6,1 rund 18 Kilometer südsüdöstlich von Matias Romero im mexikanischen Staat Oaxaca. Der Geophysiker Paul Caruso von der US-Erdbebenwarte sagte, es handele sich um ein Nachbeben des Bebens der Stärke 8,1, das sich am 7. September vor der Südküste des Landes ereignet hatte.

Es gab Berichte über Schäden in Oaxaca. Die Bundespolizeibehörde veröffentlichte im Internet Bilder einer eingestürzten Brücke, die wegen Schäden nach dem Beben vom 7. September bereits geschlossen war. Nach diesem vorherigen Erdbeben, das mindestens 90 Menschen das Leben kostete, gab es Tausende Nachbeben, darunter das vom Samstag.

Eine Bewohnerin von Juchitán in Oaxaca, Bettina Cruz, sagte telefonisch, dass sich das neue Beben schrecklich angefühlt habe. „Häuser, die noch standen, fielen einfach zusammen. Es ist hart. Wir sind alle in den Straßen“, sagte Cruz.

Die größten Schäden habe es an der Italtepec-Brücke und zuvor beschädigten Bauwerken gegeben, die zusammengestürzt seien, twitterte der mexikanische Präsident Enrique Peña Nieto.

In der Hauptstadt Mexiko-Stadt wackelten Gebäude und Straßenschilder. Menschen, die das Erdbeben der Stärke 7,1 vom Dienstag noch frisch in Erinnerung hatten, flohen aus Häusern und Hotels. Einige hatten Tränen in den Augen. Das Beben vom Dienstag tötete mindestens 295 Menschen in der Region.

Alejandra Castellanos befand sich in einem oberen Stockwerk eines Hotels in einem zentralen Stadtteil und rannte mit ihrem Ehemann die Treppe runter und nach draußen. „Ich hatte Angst, weil ich dachte, nicht schon wieder!“, sagte Castellanos.

Der Bürgermeister von Mexiko-Stadt, Miguel Ángel Mancera, sagte, es gebe keine Berichte über erhebliche neue Schäden in der Hauptstadt. Zwei Personen seien während des neuen Bebens offenbar an Herzinfarkten gestorben. Die Rettungsarbeiten im Zusammenhang mit dem Erdbeben vom Dienstag gingen weiter. Dutzende Menschen werden noch vermisst. Mehr als die Hälfte der Toten - 157 - kamen in der Hauptstadt ums Leben.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: