Immer noch müssen Millionen männlicher Küken in Deutschland sterben. Foto: dpa/Bernd Wüstneck

Schon seit Jahren arbeiten Forscher an der frühzeitigen Geschlechtserkennung von Küken. Ein Team der Universität Leipzig forscht an einem Verfahren, das bereits in der Wirtschaft eingesetzt wird.

Leipzig - Jährlich werden in Deutschland etwa 45 Millionen männliche Küken getötet. Warum? Sie können keine Eier legen und setzen zu wenig Fleisch an, um später auf dem Teller zu landen. Sprich: Sie sind wirtschaftlich nicht rentabel. Prof. Dr. Almuth Einspanier will das ändern. Sie und ihr Team von der Universität Leipzig forschen mit ihrem Team seit Jahren an einem Verfahren zur Bestimmung des Geschlechtes von Embryonen im Ei.

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Dabei entnimmt eine Roboternadel dem Ei mithilfe eines Pieks ein bisschen Harn und analysiert die Geschlechtshormone. Die männlichen Embryonen werden dann zu Tierfutter weiterverarbeitet, da es sich um hochwertiges Protein handelt. Sie haben bis zu diesem Moment noch kein Schmerzempfinden und entgehen dem grausamen Schreddertod. Auch das Bundeslandwirtschaftsministerium fördert die Forschung zur Geschlechtsbestimmung.

Schon 2017 gründete sich eine Kölner Firma mit einer Testbrüterei, die auf der Technik der Leipziger Forscher basiert. Sie versorgt mittlerweile bereits einen Großteil der der Rewe- und Penny-Supermärkte in Deutschland mit ihren Eiern.

Um großflächig in Großbrütereien in der Wirtschaft eingesetzt zu werden, müssen die Prototypen allerdings mehrere hunderttausend Eier gleichzeitig analysieren können. Im Sommer 2019 hatte das Bundesverwaltungsgericht das Kükenschreddern für zulässig erklärt – solange solche Verfahren zur Geschlechtsbestimmung noch nicht serienreif seien.

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