Die Messstation an der Vaihinger Straße ist vorerst bis Ende März aktiv. Foto: Fritsch

Die Vaihinger Straße ist der einzige Ort auf den Fildern, an dem offiziell Stickstoffdioxid-Werte gemessen werden. Das hat einen Grund.

Möhringen - Ganz unscheinbar hängt ein kleines, gebogenes Rohr an einem Pfeiler an der Vaihinger Straße. Auf den ersten Blick könnte man meinen, es sei ein Lautsprecher. Ein bisschen sieht es aus wie ein Abflussrohr oder gar ein Auspuff. Inhaltlich ist das sicher der treffendste Vergleich, denn was aussieht wie ein Auspuff ist tatsächlich ein sogenannter Passivsammler. Der misst die Belastung durch Stickstoffdioxid in der Luft, also genau das, was für die Diesel-Fahrverbote in Stuttgart verantwortlich ist.

„Immer mehr Kommunen und Bürger haben sich mit der Bitte an uns gewandt, an ihren Wohnorten die Belastung der Luft mit Stickstoffdioxid zu überprüfen“, heißt es in einer Pressemitteilung der Landesanstalt für Umwelt (LUBW), die die Messungen durchführt. Die Landesregierung hat deshalb ein Sondermessprogramm gestartet, das vom Verkehrsministerium finanziert wird. Das beinhaltet 40 neue Passivsammler an vielbefahrenen, innerörtlichen Straßen in ganz Baden-Württemberg. Einer von ihnen ist der an der Vaihinger Straße. Dieses Messgerät ist das einzige, das im Zuge des Sondermessprogramms in den Filderbezirken angebracht wurde.

Messstationen sind dort, wo Anwohner betroffen sind

Gemessen wird nur an Stellen, welche die Kriterien der LUBW erfüllen und an denen es noch keine Messgeräte gegeben hat. Da der Straßenverkehr die größte Ursache für Stickstoffdioxid-Belastungen ist, wurden Messstellen nur dort eingerichtet, wo mehr als 10 000 Autos pro Tag fahren. Außerdem sollen im Umfeld der Passivsammler Windgeschwindigkeiten unter 2,4 Meter pro Sekunde erwartet werden, und Anwohner müssen von der Belastung durch den Schadstoff betroffen sein. An Orten, die diese Kriterien nicht erfüllen, ist laut der LUBW keine Messung notwendig, weil dort „keine rechtlich relevante Grenzüberschreitung zu erwarten ist“, heißt es in der Pressemitteilung.

Der Passivsammler an der Vaihinger Straße ist vorerst bis Ende des Monats aktiv. Dann wird ermittelt, ob die Werte an dieser Stelle in den Bereich des Jahresgrenzwerts von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter kommen könnten. „Nur die Messstellen, die im Grenzwertbereich liegen, werden weiterverfolgt“, sagt Eva Mannhardt von der LUBW, „man muss regelmäßig die Röhrchen tauschen und die Messungen im Labor analysieren lassen; das lohnt sich bei einer Belastung von 20, 30 Mikrogramm nicht“. Wenn die Belastung an der Vaihinger Straße also nicht im Grenzwertbereich ist, wird der Passivsammler wieder abgebaut.

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