Die Polizei hat einen Zwischenfall in Stuttgart-Rohr nun aufklären können. Foto: dpa

Der Fall war durchaus ungewöhnlich: Ein Elfjähriger bedroht eine Passantin mit einem Messer und beschimpft sie auf das Übelste in einer vulgären Gossensprache. Die Frau weicht zurück, der Junge flüchtet. Jetzt ist der Zwischenfall in Stuttgart-Rohr geklärt.

Stuttgart - Der Junge, der am vergangenen Freitag eine 31-jährige Passantin im Stuttgarter Stadtteil Rohr mit einem Messer bedroht hat, ist nun ermittelt. Wie bei der Polizei zu erfahren war, handelt es sich dabei nicht um einen frühkriminellen polizeibekannten Jungtäter, sondern um ein Kind mit starken Verhaltensauffälligkeiten wegen einer neurologischen Erkrankung – bekannt auch als Autismus. Der Junge ist elf Jahre alt.

Der Fall hatte für reichlich Aufsehen gesorgt. Die 31-jährige Passantin hatte am Freitag gegen 8.15 Uhr an der Bushaltestelle Rohr-Mitte einen Jungen beobachtet, der an einem Mülleimer hantierte. Als sie ihn darauf ansprach, bedrohte er sie mit einem Messer. „Mit den Worten, ich stech dich ab, mit Stichbewegungen und einer vulgären Sprache musste sich die Frau durchaus auch bedroht fühlen“, sagt Polizeisprecher Jens Lauer. Die Frau, eine schwangere Erzieherin, hielt sich zurück – und die Situation spitzte sich auch nicht weiter zu. Der Junge stieg zusammen mit einem etwa gleichaltrigen Freund in einen Bus der Linie 82 und verschwand.

Nach einigen Zeugenmeldungen konnte der Junge nunmehr ermittelt werden. Dabei handelt es sich um einen elfjährigen Schüler aus dem Kreis Böblingen, der im Stadtbezirk Vaihingen zur Schule geht. Er war mit der S-Bahn gekommen, um dort in die Buslinie umzusteigen.

Gegen den Minderjährigen wird es keine strafrechtlichen Ermittlungen geben. Laut Polizei ist aber das Jugendamt eingeschaltet, um den Fall mit der Familie aufzuarbeiten. Auch die Schulbehörden sind informiert. Die Ermittler konnten übrigens auch klären, warum der Elfjährige an dem Mülleimer hantiert hatte. „Er wollte“, so Polizeisprecher Lauer, „mit seinem Wandermesser an diesem Papierkorb seinen Namen einritzen.“

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