Das Landgericht Karlsruhe hat am Montag eine 52 Jahre alte Frau zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Foto: dpa

Eine 52-jährige Frau ist vom Landgericht Karlsruhe zu einer lebenslange Haftstrafe verurteilt worden. Sie hatte ihren 55 Jahre alten Ehemann Ende März im Schlaf mit einem Messer getötet.

Karlsruhe - Im Prozess um eine tödliche Messerattacke auf ihren Ehemann ist die 52 Jahre alte Frau in Karlsruhe wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Die Angeklagte sei schuldig, den 55-Jährigen im Schlaf attackiert und mit 32 Stichen umgebracht zu haben, befand das Landgericht am Montag. Der Mann sei wehr- und arglos gewesen: „„Niemals hätte er sich sonst einfach so niedermetzeln lassen“, sagte der Vorsitzende Richter Leonhard Schmidt. „Das war ein Heimtücke-Mord.“

Die Frau hatte gestanden, ihren Ehemann Ende März im gemeinsamen Haus in Maulbronn (Enzkreis) erstochen zu haben. Dass er zum Zeitpunkt der Angriffs geschlafen habe, bestritt sie allerdings.

Keine Tat im Affekt

Zum möglichen Motiv hatte sich die Frau während des Prozesses nur bruchstückhaft und in einer schriftlichen Erklärung durch ihren Anwalt geäußert. Unter anderem hatte sie von jahrelangen Demütigungen, Gewalt und auch sexuellen Übergriffen während der 30 Jahre währenden Ehe gesprochen. Das spiele für eine Verurteilung wegen Mordes aus Heimtücke aber keine Rolle, sagte Schmidt. Für diese Bluttat gebe es „eigentlich gar keine nachvollziehbare Erklärung“.

Die Frau sei zwar sozial vereinsamt und womöglich wütend und verzweifelt gewesen. Sie habe aber nicht im Affekt gehandelt und sei voll schuldfähig. „Sie ging in die Küche, grübelte dort eine Weile, rauchte eine Zigarette, und entschloss sich, ihren Mann zu töten.“ Dann habe sie das Messer genommen und sei zu ihm ins Schlafzimmer gegangen.

Auch die Spuren am Tatort sprachen nach Auffassung des Gerichtes dafür, dass der Mann von dem Messerangriff im Schlaf überrascht wurde. Schwer verletzt versuchte er zu fliehen, konnte sich noch auf die Straße schleppen und verblutete dort. Seine Frau hatte sich nach der Tat selbst in den Bauch gestochen und lebensgefährlich verletzt.

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