Der abgesperrte Tatort am Mittwochnachmittag. Foto: Jason Tschepljakow/dpa

Nach dem Messerangriff im Ulmer Mediamarkt ist ein Mitarbeiter des Marktes in Lebensgefahr, ein 22-Jähriger ist leicht verletzt. Der Täter wurde von der Polizei angeschossen.

Am Mittwochabend gegen 17.30 Uhr stand fest: Bei einer Messerattacke durch einen 29-jährigen Mann ist ein 25-Jähriger lebensgefährlich verletzt worden. Wie die Staatsanwaltschaft Ulm mitteilt, ist sein Zustand kritisch. Ein 22-jähriger Mann wurde leicht verletzt.

 

Der mutmaßliche Täter hat nach Angaben der Polizei gegen 12.30 Uhr den Mediamarkt in der Blaubeurer Straße betreten und die beiden Männer mit einem Messer angegriffen. „Der mutmaßliche Tatverdächtige verließ anschließend das Geschäft und konnte kurze Zeit später in unmittelbarer Nähe durch Einsatzkräfte der Polizei angetroffen werden“, so die Staatsanwaltschaft. Als der 29-Jährige die Polizeibeamten bei der Festnahme mit seinem Messer bedrohte und sich weigerte, es fallen zu lassen, „gaben die Beamten mehrere Schüsse auf ihn ab. Hierdurch wurde der Mann schwer verletzt“. Er müsse intensivmedizinisch versorgt werden.

Festgenommener ist bereits wegen Gewaltdelikten aufgefallen

Zu den Gründen der Gewalttat könne man noch nichts sagen: „Die Motivlage ist derzeit unklar.“ Allerdings ist der Festgenommene aus Eritrea bereits in der Vergangenheit wegen Gewaltdelikten aufgefallen und verbüßte bis Dezember 2025 eine Haftstrafe. Gegen ihn wird jetzt ein Haftbefehl beantragt.

Die Polizei Ulm vermeldete den Einsatz zunächst über ihren WhatsApp- sowie ihren Instagram-Kanal. Über Facebook gab sie bekannt, dass es sich nicht um einen Amoklauf handelt. „Kursierende Gerüchte zu einem Amoklauf können nicht bestätigt werden“, sagte Pressesprecher Sven Vrancken darin.

Mediamarkt bleibt für den Rest des Tages geschlossen

Mitarbeiter des Mediamarkts waren in den benachbarten Spielzeugladen geflüchtet. Gegen 13 Uhr seien rund zehn Frauen und Männer panisch durch die Tür des direkt neben dem Mediamarkt gelegenen Toys Superstores gerannt. „Sie sind hierher geflohen“, erzählt später ein 25-jähriger Mitarbeiter des Spielzeug-Geschäfts, der gerade auf einer Leiter steht und die Regale sortiert. Sein Kollege bestätigt das. Sie hätten geschrien, man solle alles dichtmachen. Auch ein paar Kunden des Mediamarktes seien dabei gewesen.

Einer der Angestellten habe stark geblutet. Der 25-Jährige reißt seinen Arm hoch und zeigt auf die untere Seite seines Oberarmes: „Hier unten war die Kleidung total aufgerissen und man sah eine blutende Wunde.“ Eine ältere Kollegin kommt dazu: „Ich habe Erste Hilfe geleistet, ihn verbunden“, sagt sie. Den anderen hätten sie Wasser gegeben. Sie seien verständlicherweise sehr durcheinander gewesen. Zwei Frauen hätten Weinkrämpfe gehabt. „Wir haben einfach geholfen“, sagte die weißhaarige Frau. Und der 25-Jährige ergänzt: „Das war alles selbstverständlich.“ Der Mediamarkt selbst blieb nach ersten Informationen für den Rest des Tages geschlossen.

Polizei bittet Zeugen um etwaige Videos und weitere Hinweise

In Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Ulm wird die Sachbearbeitung bezüglich des Schusswaffengebrauchs vom Landeskriminalamt Baden-Württemberg übernommen. Die Ermittlungen zum Messerangriff werden durch das Polizeipräsidium Ulm geführt. Es gehe darum herauszufinden, wie die Tat genau abgelaufen ist. Der genaue Ablauf des Geschehens ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen.

Zeugen werden gebeten, eventuelle Videoaufzeichnungen des Geschehens in der Blaubeurer Straße auf dem hierfür eingerichteten Hinweisportal zur Verfügung zu stellen: bw.hinweisportal.de.