Häufig sind die Messehallen gut gefüllt. Eine weitere ist in Planung. Foto: Lichtgut/Julian Rettig

Die neue Halle auf der Landesmesse in Stuttgart war im ersten Jahr mit 16 Veranstaltungen belegt. Die Investition trägt damit Früchte. Doch die Chefs der Messe dämpfen die Erwartungen.

Stuttgart - Die vor einem Jahr eröffnete Halle 10 hat der Landesmesse auf den Fildern den erwarteten Schub beim Umsatz und Ergebnis gebracht. Sie schrieb 2018 bei einem Umsatz von 178 Millionen Euro (Vorjahr: 126,6) ihr bestes Jahresergebnis: 34 Millionen Euro (17 Millionen) vor Pacht und Steuern. Die Zahlen sind vorläufig und ohne die Messe-Auslandstöchter, sagten die Geschäftsführer Ulrich Kromer und Roland Bleinroth am Donnerstag vor der Presse.

Die Messe-Chefs dämpften die Erwartungen, dass die Erfolgsgeschichte ohne Brüche weitergeschrieben werde. Zunächst werde in diesem Jahr der Umsatz voraussichtlich auf 121 Millionen und das Ergebnis auf vier Millionen Euro fallen. Das liege am, so Kromer, „verflixten sechsten Jahr“, also schlicht am Messeturnus, der zwei- und dreijährige Veranstaltungen und daher 2019 entsprechende Lücken kennt. Die wollen die Ausstellungsmacher auf den Fildern nutzen, um sich für 2020 mit einem Planumsatz von 183 Millionen und einem Ergebnis von 35 Millionen Euro vorzubereiten – und ihre Vorbereitungen auf einen weiteren Ausbau der Ausstellungswelt bis 2025 voranzutreiben.

Weiterer Ausbau geplant

Vorgesehen sind eine weitere Halle, ein daran angegliedertes Kongresszentrum, zwei Parkhäuser und zwei Gebäude für Dienstleister und Lager auf dem Gelände. Letztere und die Parkhäuser – eines beim Bosch-Parkhaus, eines wohl über der S-Bahn – seien von den Gesellschaftern Stadt und Land genehmigt. Die geplante Halle 11 und das Kongresszentrum seien in der Prüfungsphase. „Wir müssen darstellen, dass wir das wirtschaftlich betreiben können“, so Kromer. Mit einem Zuschuss für die Investitionen, die an die 200 Millionen Euro erreichen könnten, rechnet er eher nicht.

Neben den Umsatzzahlen verwiesen die Messe-Chefs besonders auf die weiter steigende Internationalisierung des Geschäfts. 12 152 Aussteller kamen 2018 nicht aus Deutschland, von den 1,3 Millionen Besuchern waren es 263 000. Mit zwölf eigenen Messen waren die Stuttgarter im Ausland, davon wurden sechs in China veranstaltet, außerdem in der Türkei, Schweiz, Brasilien und dem Iran, der aber wegen der politischen und in der Folge wirtschaftlichen Verwerfungen für die Messe AMB zumindest vorerst nicht mehr auf dem Kalender stehen wird. Bleinroth und Kromer warnten vor zu hohen Erwartungen. „Wir haben nicht die Illusion, bei der CMT jedes Jahr einen Rekord zu schreiben“, so Bleinroth. Eine schwach besuchte Fachveranstaltung zur E-Mobilität werde man als Sonderbereich in die Eltefa integrieren, so Kromer, die nach Nürnberg abgewanderte Metec (Medizinmesse) durch die Fachmesse für Zulieferer und Dienstleister der Medizintechnik T4M ersetzen. Außerdem stehen eine Messe für Instandhaltung neu im Programm sowie als Gastveranstaltungen die Messen Battery Show Europe, TecPart Forum (Kunststoffprodukte) und die Foam Expo Europe. Sichern konnte man sich den Messeverbund Expo 4.0 (Textilveredelung), bei der Chefsache (gehobene Gastronomie) ist man Partner einer Veranstaltung in Düsseldorf. Als Publikumsveranstaltungen kommen die Beauty-Convention Glow im März, und bei den Frühjahrsmessen erstmals die Dance World Stuttgart. Ein deutlicher Einschnitt ist bei der großen Zahl zusammengefasster Herbstmessen vorgesehen. „Wir erfinden uns da neu, ändern das Konzept und machen vier statt zehn Tage“, so Bleinroth. Auf diese Weise solle die Veranstaltung erfolgreich gehalten werden.

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