Unter dem Gebälk der Alten Kelter durfte bei der Messe „Tisch und Tafel“ wieder gemeinsam geschlemmt werden. Foto: Patricia Sigerist

Aussteller und Publikum kommen in der Alten Kelter am Wochenende bei der Genussmesse „Tisch und Tafel“ in engen Kontakt miteinander – und jeder profitiert davon. Gutes Essen und Trinken spielt eine Hauptrolle.

Fellbach - Der erste Blick beim Betreten der Alten Kelter fiel am Wochenende auf eine lange Tafel. An dem schön gedeckten Tisch konnten sich die Besucher ein wenig ausruhen, eine erfrischende, handwerklich hergestellte Limonade oder eine der angebotenen Bierspezialitäten probieren und sich mit einer der zahllosen Gaumenfreuden, die angeboten wurden, ein bisschen stärken.

„Siehst du die tollen Vasen?“, fragt eine Frau und stößt ihre Begleiterin an. Auch das schmückende Beiwerk spielte eine Hauptrolle bei der Messe, die bereits zum dritten Mal in der „Kathedrale aus Holz“ stattfand. Es gab Ideen zuhauf – vom Blumenarrangement über aus alten Dielen gefertigten Holztischen bis hin zu historischen Blechlampen aus alten Werkstätten. „Wir werden vor allem in Frankreich und Belgien fündig“, sagt die Dame am Stand der Firma Jolg aus Gengenbach. „Diese Lampe stammt beispielsweise aus einer belgischen Automobilwerkstatt“, sagt sie und zeigt auf ein charmantes Modell mit Patina, das aber technisch super aufgearbeitet wurde. „Bei vielen Lampen kennen wir die Herkunft, sie erzählen quasi, was sie erlebt haben.“

Entdeckungen in puncto Lifestyle

Ganz besondere Handtaschen bietet der Schorndorfer „Zauberfaden“ an. Sie werden in einer Nähwerkstatt von Flüchtlingen aus hochwertigen alten und neuen Materialien gefertigt. „Uns ist es wichtig, diese Menschen in unsere doch streng geregelte Arbeitswelt einzuführen, ihnen gleichzeitig einen Schutzraum und alltägliche Hilfen zu gewähren und sie sprachlich zu fördern“, sagt Matthias Römer, der sich mit Sükriye Döker die Geschäftsführung teilt.

Eigentlich im Ruhestand, hat sich Römer dem Projekt mit Haut und Haaren verschrieben. Dazu gehört auch, Vertriebswege für die Taschen zu erschließen. „Solche Messen sind dazu ideal“, sagt der engagierte Mann. Neben vielseitigen Entdeckungen in puncto Lifestyle, die in der Alten Kelter aufs zahlreich strömende Publikum warteten, spielte bei der Mehrheit der Aussteller gutes Essen und Trinken die Hauptrolle.

Außergewöhnliche Öle, beispielsweise ein tunesisches Olivenöl, das Christoph Kern von der Weinkellerei Kern in Rommelshausen vertreibt. „Meist wird Olivenöl aus Tunesien einfach den spanischen oder griechischen Ölen beigemischt“, sagt Christoph Kern. Über einen Bekannten sei er in Kontakt mit einer kleinen Manufaktur in Tunesien – wo der Olivenbaum laut Kern ursprünglich herstamme – gekommen und vertreibe das Öl jetzt in kleinem Stil. Dieter Moosherr dagegen ist Landwirt im Bayerischen und er lässt die Besucher sein Rapsöl direkt aus der aufgestellten Presse kosten. Unglaublich nussig und intensiv schmeckt das gesunde heimische Produkt und die mitgebrachten Flaschen und kleinen Kanister fanden reißenden Absatz.

Ein Schluck Likör, etwas Schokolade, dann Trüffelbutter

Bei der Kaffeeverkostung musste ordentlich geschlürft werden, außerdem war das Getränk, das für viele zum Alltag gehört, ungewöhnlich dünn und zudem nur lauwarm. „So lassen sich die einzelnen Geschmackskomponenten viel besser wahrnehmen“, sagt Corrado Celebre von der Fellbacher Rösterei „100 Prozent“. „Ich bin eigentlich Teetrinkerin“, gesteht Monika Rieger. Den Espresso fand sie „deutlich dünner als gewohnt, aber ganz fantastisch“. Vom Messerundgang zeigte sich die Stuttgarterin begeistert: „Man hat den Eindruck, es sind ehrliche Produkte, ich bin sehr angetan, von dem was ich sehe.“ Nach dem Kaffee kommt der kleine Mittagssack. Marcus Schneider von „cooking concept“ brät den Spargel und reicht neben „Sous-vide“-gegartem Schweinebauch ein kleines Gemüse aus Rhabarber und Bärlauch dazu, garniert wird mit tausend Tipps und Tricks für Hobbyköche. Ein Schluck Likör, etwas Schokolade, dann Trüffelbutter und gefühlte 100 Pesto-Varianten: „Man braucht einen robusten Magen, aber es macht unheimlich Spaß, sich durchzuprobieren“, sagt eine Besucherin, deren Einkaufstüten schon gut gefüllt sind.

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