Mercedes-Produktionschef Markus Schäfer Trotz E-Autos wird es bei Daimler mehr Arbeit geben

Von Klaus Köster 

Mercedes-Produktionschef Markus Schäfer: Ich kann die Arbeitnehmer beruhigen Foto: factum/Granville
Mercedes-Produktionschef Markus Schäfer: Ich kann die Arbeitnehmer beruhigen Foto: factum/Granville

Ein Antrieb fürs E-Auto besteht aus 200 Teilen, einer für den Diesel aus 1400. Fürs E-Auto werden daher weniger Leute gebraucht. Auf die Zahl der Jobs soll das bei Mercedes aber nicht durchschlagen.

Stuttgart - Trotz der Umstellung auf die Elektromobilität wird es in den Fabriken von Mercedes auf lange Zeit hinaus eher mehr Arbeit für die Beschäftigten geben als weniger. Das E-Auto bringe für Montagewerke wie Sindelfingen oder Rastatt „viele neue Aufgaben“, sagte Mercedes-Produktionschef Markus Schäfer unserer Zeitung. Da man zudem auch bei Verbrennungs- und Hybridmotoren weiter wachsen wolle, werde es dort „tendenziell eher mehr Arbeit geben. Da kann ich die Arbeitnehmer beruhigen.“

In Komponentenwerken wie Untertürkheim, wo heute Verbrennungsmotoren eine hohe Zahl von Arbeitsplätzen sichern, sieht Schäfer auf absehbare Zeit ebenfalls keine Beschäftigungsprobleme. Auch im Falle eines Rückgangs von Verbrennungsfahrzeugen sehe er „noch nicht, dass wir dort einmal überzählige Mitarbeiter haben werden“.

Keine Fabrik für Batteriezellen in Sicht

Daimler-Chef Dieter Zetsche hatte vor ­einigen Tagen erklärt, er erwarte nicht, dass Elektrofahrzeuge insgesamt zu einem Mehrabsatz in der Branche führen würden. Der Absatz des E-Autos, dessen Entwicklung nur schwer vorhersehbar sei, werde vielmehr zulasten der Verkäufe von Verbrennungsautos gehen. Allerdings müsse dies nicht für den einzelnen Hersteller gelten. Er rechnet vielmehr mit einer Ausweitung des Wettbewerbs, denn mit attraktiven E-Fahrzeugen ließen sich die Verkaufszahlen auch zulasten anderer Hersteller steigern. Diese müssten dann bei den Verbrennungsautos Rückgänge hinnehmen, ohne dies durch den Verkauf von E-Autos ausgleichen zu können.

Hoffnungen von Arbeitnehmervertretern, für die nächste Generation von Batteriezellen eine eigene Fabrik zu bauen, erteilte Schäfer eine Absage. Auch für Zellen mit neuer Technologie werde es einen „breiten Markt geben, auf dem wir uns das beste Angebot aussuchen können“.

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