Für ein reibungsloses Turnier sorgen beim Mercedes-Cup viele Helfer im Hintergrund. Foto: Pressefoto Baumann

Beim Mercedes-Cup in Stuttgart kümmern sich vom Fahrdienst bis zu den Ballkindern mehr als 250 Helfer um einen reibungslosen Ablauf – einige von ihnen seit Jahrzehnten.

Stuttgart - Wenn beim Mercedes-Cup um elf Uhr das erste Match des Tages ausgetragen wird, laufen die Vorbereitungen auf dem Gelände des TC Weißenhof schon seit Stunden. Insgesamt mehr als 250 Menschen, vom Ballkind bis zum Fahrservice, sorgen für einen reibungslosen Ablauf des Turniers.

Die Sonne ist noch nicht ganz aufgegangen, da betreten die Ersten das Gelände am Killesberg. Es sind die Greenkeeper, die um fünf Uhr morgens ihre Arbeit beginnen. Die gigantischen schwarzen Planen, die den Rasen des Centre Courts und der anderen Plätze in der Nacht vor Regen und Nässe geschützt haben, müssen eingerollt werden. Seit drei Jahren wird beim Weißenhof-Turnier auf Rasen gespielt und dieser muss gepflegt werden, damit er pünktlich zum ersten Spiel bereit ist. Dazu gehören nicht nur tägliches Mähen, sondern auch Bewässern, die Markierungen auftragen, Netze und Spielerbänke aufbauen.

Verantwortlich dafür ist Henriette Härle. Sie ist eine der guten Seelen des Turniers und koordiniert das gesamte Personal. Punkt acht Uhr sitzt sie an ihrem Schreibtisch im Clubhaus des TC Weißenhof, das während der Turnierwoche nicht nur ihr Büro, sondern auch der Bereich für die Spieler ist. Für die Profis wurde extra die Kegelbahn zum Massage- und Fitnessbereich umgebaut. Manche Spieler sind den ganzen Tag auf dem Gelände, trainieren auf den Nebenplätzen, halten sich an den Geräten fit oder regenerieren in Wasserbecken.

Roger Federer bevorzugt die große V-Klasse

Härle ist aber nicht nur für die Greenkeeper verantwortlich, die in diesem Jahr Unterstützung von 20 Flüchtlingen erhalten, sondern kümmert sich auch um die Ballkinder. Insgesamt 50 Mädchen und Jungen im Alter zwischen 13 und 16 Jahren sind dieses Jahr im Einsatz. Die meisten von ihnen kommen aus dem Raum Stuttgart und spielen selbst Tennis. Eine gewisse Grundkenntnis des Spiels sei Pflicht, erklärt Härle. Dann dürfen die Ballkinder den Stars wie Roger Federer oder Tommy Haas während des Spiels ganz nah kommen und ihnen flink die Bälle bereitstellen.

Aber auch für 18 Logistiker, 60 Linienrichter und 60 Einlasskontrolleure ist Härle zuständig. „Meine To-Do-Liste wächst jeden Tag von Stunde zu Stunde. Da hat ein Ballkind seine Mütze vergessen, es fehlen Getränke hier oder Handtücher dort. Auch wenn es stressig ist – ich bin jedes Jahr aufs Neue begeistert von der familiären Atmosphäre hier.“ Sicherlich ein Grund, warum Härle bereits seit 17 Jahren dabei ist.

Beinahe genau so lange, ist Alex Gra­bowsky ein Teil des Turniers. Er sorgt seit 13 Jahren als Fahrdienstleiter dafür, dass die Spieler pünktlich vom Hotel oder Flughafen auf das Gelände und wieder zurückkommen. 20 Fahrer und Fahrzeuge sind dafür nötig. Grabowsky, der schon die deutsche Nationalmannschaft gefahren hat, erlebt die Spieler hautnah. „Als Fahrer bemerkt man schnell an der Laune des Spielers, ob er sein Match gerade verloren oder gewonnen hat. Bitter ist es vor allem für diejenigen, die zum Flughafen gefahren werden müssen. Dann ist das Turnier für sie vorbei.“ Die meisten Spieler reisen mit ihrem kompletten Team vom Trainer bis Physiotherapeuten oder auch schon mal mit der ganzen Familie an. Roger Federer brauche immer besonders viel Platz, verrät Grabowsky, daher bestelle er immer die große V-Klasse als Shuttle-Fahrzeug.

Beate Wurster hat seit 45 Jahren kein Turnier verpasst

Den Spielern ganz nah ist auch Beate Wurster schon gekommen. Seit 45 Jahren betreut sie im Pressezelt die Journalisten aus der ganzen Welt. „Früher sind die Spieler ins Pressezelt gekommen, um ihre Ruhe zu haben. Die haben hier auch schon mal geschlafen, da hatte ich mehr Kontakt zu ihnen als heute“, erzählt sie. Einen Liebling hat Wurster, die in ihren 45 Jahren kein Turnier verpasste, dennoch: „Roger Federer mag ich gerne. Er ist sympathisch.“

Seit das Turnier auf Rasen gespielt werde, sei auch das Medieninteresse größer geworden und ihre Aufgaben umfangreicher, erzählt sie. Von der Vorbereitung für Pressekonferenzen, Zusammenstellen von Pressemappen bis zum Aushelfen mit Kugelschreibern, ist Wurster den ganzen Tag für Reporter und Fotografen ansprechbar. Angefangen hat alles, als sie gefragt wurde, ob sie nicht die Post machen könne. Aus der Post wurde dann schnell die Betreuung der Journalisten. Zeit, um sich die Spiele anzuschauen, habe Wurster selten. „Nur das Finale lasse ich mir nicht entgehen.“

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